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von und für Zaubernde

Wenn euer AfD-Opa wieder nicht die Gans, sondern das Thema Flüchtlingspolitik anschneidet, wird es unangenehmer, als mit dem Deutschlehrer in der gemischten Sauna zu sitzen. Die folgenden 10 Weihnachtsmythen werden euch helfen, jedes politische Mienenfeld beim familiären Weihnachtsfest zu umsegeln.

1. Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung von Coca-Cola

Er wurde zwar härter vor deren Schlitten gespannt als ein Investmentbänker bei seinem wöchentlichen Dominabesuch, aber die Figur des Weihnachtsmanns gab es schon vorher. Im 19. Jahrhundert bildete er sich aus diversen winterlichen Figuren. Vor allem aber ist er eine Symbiose aus dem Nikolaus und Knecht Ruprecht. Two-Face, Jekkyl & Hyde, Christian Lindner. Das 2-in-1-Prinzip ist ein alter Hut.

2. Der Weihnachtsbaum ist ein absolutes Brandrisiko

Klar, so ein Bäumchen steht meist schon Tage vor Heiligabend in trockenster Heizungsluft und ist schneller angezündet als der Joint, den ihr euch auf dem Weg von der Bushalte bis zur Haustür reingezogen habt, um den Abend zu überstehen. Allerdings sind ungefähr 15,000 Einsätze auf 30 Millionen Bäume deutschlandweit dann doch kein besonders großer Wert. Trotzdem, immer schön aufpassen.

3. Der Schokoweihnachtsmann ist die meist verkaufte Schokofigur

Das stimmt nicht ganz. Zwar werden jährlich ca. 140 Millionen davon in den Verkauf gebracht. Jedoch sticht ihn der süße Osterhase (es muss nicht immer der von Lindt sein) aus. Dieser wird ungefähr 200 Millionen Mal in Form gepresst. Diese Differenz soll laut dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie auch an der größeren Auswahl zur Weihnachtszeit liegen.

4. Weihnachten ist das „Fest der Liebe“

Es wird wenige verwundern, dass der Feiertagsablaufplanungsstress und das Geschenk, welches man eigentlich dem Liebhaber und nicht dem Ehegatten schenken wollte, nicht gerade hilfreich sind. In der Tat haben Scheidungsanwälte kurz vor und nach Weihnachten Hochkonjunktur. Für alle Freelancer unter euch: Sie haben da ganz viele Projekte.

5. Nach Weihnachten wird alles billiger

Zwar werden Mode, Möbel und Deko meistens nach den Festtagen etwas günstiger, aber ist dies meist mit dem Ende der Saison begründet. Bei Elektronik sollte man tatsächlich auf die Weihnachtsangebote der Anbieter eingehen. Übrigens Media Markt und Saturn gehören beide zur Metro-Group. Lasst euch nicht verarschen.

6. O‘ Tannenbaum ist ein Weihnachtslied

Das Lied ist so eine Art Treppenwitz: 1824 wurde es von Ernst Anschütz zu einem Weihnachtslied umgedichtet, nachdem es vorher ein tragisches Liebeslied war. Im 16. Jahrhundert wurde die Melodie noch bei „Es lebe hoch der Zimmermannsgeselle“ verwendet. Danach war es eine Zeit lang die Vorlage für das Studenten-Trinklied „Lauriger Horatius“. Aber nicht nur das Studentpack treibt Schindluder mit deutschen Liedgut. In China singt man „Die rote Fahne“ zur O‘ Tannenbaum-Melodie, im US-Staat Maryland dient es ebenfalls die Hymnenvorlage und beim englischen Fußballclub Chelsea London wird „We’ll keep the blue flag flying high“ gebrüllt. Sehr andächtig. Allerdings wissen wir doch alle schon seit dem Kindergarten, dass sich auf die Melodie so gut wie alles reimen lässt.

7. Glühwein ist eine Kater-Garantie

Es ist schön, wenn man sich in dieser chaotischen Welt noch auf etwas verlassen kann. Warmer Alkohol wird schneller vom Blut aufgenommen und der Zucker verstärkt diesen Effekt. Zusätzlich entziehen der Zucker, Fuselöle und Adelhyde im Glühwein dem Gehirn Sauerstoff. Das Ergebnis ist eine ausgewachsene Wildkatze. Also trink lieber noch einen Glühwein mehr, du hast den Kampf eh schon verloren.

8. Man schenkt, um anderen eine Freude zu machen

Falsch, denn eigentlich macht man das Ganze nur, um sich hinterher mega geil zu fühlen. Hat man es geschafft den Beschenkten glücklich zu machen, ist man in einem ecstacy-artigen Endorphinrausch. In der Fachsprache nennt sich das „Warm Glow Effect“. Darauf erstmal einen Glühwein.

9. An den Weihnachtsfeiertagen nimmt man immer zu

Manche sprechen von 2 kg Gewichtszunahme an den Feiertagen. Dazu müsste man ungefähr 18.000 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen, d.h. eine fette Weihnachtsgans plus Beilagen ganz alleine verspeisen. Challenge accepted! Realistisch betrachtet, nehmen wir nur ein Drittel dieser Kalorien an den Weihnachtstagen zu uns.
Tatsächlich nimmt man eher in der gesamten Vor- und Nachweihnachtszeit zu. Jeden morgen eine Süßigkeit aus dem Adventskalender, überall steht Schoki rum, durch den Endjahresstress lässt man das Fitnessstudio schleifen et cetera pepe. Aber hey, nächstes Jahr gehen wir ja wieder regelmäßig zum Yoga und essen mehr Salat.

10. An Weihnachten werden Würstchen mit Kartoffelsalat serviert

Das stimmt tatsächlich immer noch in 2/3 aller „deutschen“ Haushalte. Der Rest isst Gans (10%) oder Karpfen (6%). Die Tradition „Würstchen mit Kartoffelsalat“ kommt aus der Nachkriegszeit, in der dieses Gericht schon als etwas sehr besonderes galt. „Wir hatten ja nichts“, brabbelt da der AfD-Opa in seinen Bart. Später war es ein Symbol der Beständigkeit und des Minimalismus. Weihnachten geht es ja um die Familie und die Geschenke. Den widerlichen Brei aus matschigen Kartoffeln, ertränkt in Remoulade und Essig, und dazu die aufgeplatzten Wiener müssen die veganen Enkelchen wohl oder übel ertragen.

Aber ganz ehrlich. Macht es euch mit euren liebsten Gemütlich. Esst was Schönes, trinkt was Feines und habt euch ein bisschen lieb. Den Rest des Jahres kann man die Verwandtschaft wieder gepflegt ignorieren.

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