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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

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Was ist süßer: Das Hunde- oder das Affenbaby? Und wie süß sind sie wirklich?

Man kennt es. Die Nacht ist nicht mehr jung und frisch. Sie ist bereits alt und blau, geht mit großen Schritten der Dreißig entgegen. Man kann sie dabei beobachten, weil die Frage, um die sich die eigenen Gedanken drehen, Schlaf unmöglich macht. Obwohl man tief im Herzen spürt, dass es keine Antwort auf die Frage geben kann, stellt man sie sich bis in die frühen Morgenstunden, die keineswegs Gold, sondern einen starken Harndrang und bereits das erste Hüngerchen im Mund haben. Die Antwort findet man natürlich nicht. Wir hingegen schon.

Zuvor jedoch müssen wir mit einem alten Denkansatz brechen, der den Diskurs über Jahrzehnte, ja gar Jahrhunderte gelähmt hat:

Und zwar die Idee von den verschiedenen Schulen.

 

Die zwei Schulen

„Alter, die einen finden Hunde, die anderen eben Affen süßer. Komm mal klar.“

Dass das Unsinn sein muss, wird schon beim Lesen deutlich. Immerhin ignoriert diejenige, die mit diesem Totschlagargument, die legitime Diskussion im Keim zu ersticken und somit ihre Unwissenheit zu kaschieren versucht, eine ganze Menge objektiver Fakten, ohne die eine objektive Beurteilung nicht möglich ist.

Aus dem Grund haben wir diese Fakten gesammelt. Wir haben sie geordnet und so ein Gesamtbild geschaffen, das übersichtlich ist und überzeugt. Im Folgenden stellen wir die Faktoren, die Hundebabys besonders süß machen denen gegenüber, von denen die Süßheit von Affenbabys zehrt. Am Schluss wollen wir ein Fazit ziehen, das sich gewaschen hat. Im Gegensatz zu Hunden und Affen, deren Körperhygiene vielleicht ihren eigenen Ansprüchen genügt, denen von Menschen aber in einigem nachsteht.

 

Beginnen wir mit den Hunden.

Hundebabys haben Hundeaugen. Das ist nun erstmal wenig verwunderlich, sind sie doch Hunde wie alle anderen Hunde auch. Die Hundeaugen von Hundebabys aber blicken dich von unten an. Den Kopf leicht gesenkt bittet, ja fleht ihr Blick nach deiner Zuneigung, deiner Vergebung beziehungsweise mehr Futter.

Dazu gehört die Tapsigkeit von Hunden in die Waagschale geworfen. Diese ist nämlich nun wirklich viel zu süß. Wie die kleinen Tiere an einfachsten Treppenstufen scheitern, kann einem das Herz aufgehen lassen wie den Pegidas der islamische Halbmond im Abendland. Immer wieder versuchen sie es und immer wieder purzeln sie die Treppe runter. Du beobachtest das und weißt nicht, ob du weinen oder lachen möchtest.

Nach einem Jahr, so sagt man, sei der geistige Entwicklungsstand eines Babyperros vergleichbar mit dem eines 15 jährigen Menschen. Natürlich nicht auf dem gleichen Niveau. Aber in Relation. Das ist aus mehreren Gründen relevant. Zum einen nämlich meint man immer zu wissen, dass ein Menschenjahr sieben Hundejahre bedeutet,  zum anderen besteht stets die Gefahr, dass man die süßeste Zeit im Leben eines Perros verpasst – auch weil Babyhunde in ihren ersten Wochen die meiste Zeit schlafend verbringen.

Das macht sie zwar nicht weniger süß, dafür aber deutlich langweiliger und so kann es vorkommen, dass man kurzfristig das Interesse verliert, nur um dann die wenigen Minuten, in denen das Hundebaby süß und interessant sein könnte, zu verpassen.

Man merkt: Von zwei Schulen zu sprechen, die schlicht andere Ansichten lehren, die beide ihre Daseinsberechtigung haben, ist Unsinn, weil Hunde viel zu süß sind, als dass man sie in der Schule behandeln könnte.

 

Und Affenbabys?

Auch Babyaffen haben ihre Lobby. Zum Beispiel bei uns. Hier werden sie liebgehabt und für unheimlich süß befunden. Da gibt es keine Diskussion drüber. Überhaupt hat man die Vermutung, dass jemand, der keine bedingungslose Liebe gegenüber Affenbabies verspürt, irgendetwas nicht verstanden hat. Deshalb wollen wir ihr nun einiges erklären, um dabei eventuell das zu erwischen, was sie nicht verstanden hat und bewirkt, dass ihre Liebe zu Affenbabies zu wünschen übrig lässt. Und zwar weil wir uns wünschen, dass diejenige, die nicht liebt, bald zu lieben beginnt, um Affenbabies nicht um die Liebe zu prellen, die ihnen zusteht.

 

Wenn du dich angesprochen fühlst, lies besonders aufmerksam.

Bevor wir einsteigen, müssen wir eins vorweg nehmen: Affenbabies sind super süß.

Mit dieser Information im Hinterkopf können wir beginnen, euer Herz schmelzen zu lassen. Like Ice in the Sunshine. Oder Tränen im Regen.

Menschen stammen vom Affen ab. Heute sind wir näher mit Gorillas verwandt, als diese mit kleinen Äffchen, etwa Berberaffen, den einzigen freilebenden Affen in Europa. In Gibraltar leben diese auf dem berühmten Felsen. Man kann sie besuchen, muss sich vorher aber mit Britinnen rumschlagen, die furchtbare Zähne haben. Dem Klischee nach zumindest. Und das wollen wir bedient wissen, weswegen wir es bedienen.

Auf Englisch differenziert man zwischen Menschenaffen und Affen. Monkeys sind keine Menschenaffen, Apes hingegen schon. Deswegen leben auf dem Planet of the Apes auch keine Monkeys – Berberaffen etwa. Sonst müsste sich der Planet „Planet of the Monkeys“ nennen, was einen deutlich weniger spannenden, dafür umso süßeren Film hervorgebracht hätte.

Babyaffen klammern sich häufig an ihre Eltern, um sich von diesen herumtragen zu lassen. Das ist ganz schön faul, aber auch süß, weswegen wir den kleinen Rackern ihre Faulheit verzeihen. Manchmal hängen sich Babymonkeys auch backwards on a pig. Wem da keine Tränen in den Augen stehen, der hat keine. Weder Tränen noch Augen.

 

Fazit:

Man sieht: Die Antwort auf die Frage, wer süßer ist, liegt auf der Hand. Beide nämlich. Das süßeste Babytier ist der Babyhund und der Babyaffe. Das ist furchtbar süß und auch die Frage danach, wie süß dieses süßeste Babytier nun eigentlich ist, kann von uns beantwortet werden. Babyhunde und –affen sind nämlich UNENDLICH SÜSS!

Robert Hofmann