Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Weil das Studieren auch Spaß machen soll, gibt es nun den 4,0-Award (In Worten: Vierkommanull-Award) für außerordentliches akademisches Scheitern. Es gibt Geld und Schnaps.

Studieren ist nicht schön. Jeden Tag sind Studierende einem Alltag ausgesetzt, in dem sie miteinander konkurrieren müssen. Studieren ist schon lange nicht mehr interessengebunden, soll nicht mehr helfen, die Persönlichkeit zu entfalten, Dinge zu hinterfragen und den eigenen Weg zu entdecken. Heute geht es darum, in sechs Semestern den Bachelor, in weiteren vier den Master zu zu durchlaufen.

Nebenbei gehen Studierende pumpen, um gut auszusehen, sie lernen MS-Office, um PC-Skills in den CV schreiben zu können und tindern, um zwischendurch ein bisschen Zwischenmenschlichkeit penetrieren zu können. Unbezahlte Praktika am Wegesrand tun ihr Übriges, um die Zeit zwischen der Schule und der 40-Stunde-Woche so unerträglich wie möglich zu machen.

Studieren in der Kneipe

Das ZurQuelle Magazin für Gesellschaftskritik und Popkultur will dem etwas entgegensetzen.

Deshalb vergeben wir den Award für die schlechteste akademische Arbeit des letzten Jahres. Nach schwammigen und auf dem Arbeitsmarkt völlig unbrauchbaren Faktoren wie „Kreativität“, „Humor“ oder „Dreistigkeit“ entscheidet eine von uns berufene Jury, wer sich die oder der schlechteste Akademiker:in des Jahres 2017 nennen darf.

Mit Würde scheitern

Es geht also bei dem Award nicht nur darum, das Scheitern zu feiern, sondern die Lebenslust und Klugheit. Es geht nicht um Faulheit, sondern um Cleverness. Wir wollen aus der Unangepasstheit eine neue Tugend machen und uns selbst nicht zu ernst zu nehmen. Wir wollen den Mensch hinter seiner Arbeit zum Vorschein bringen. Denn das fehlt in unserer Gesellschaft jeden Tag ein bisschen mehr.

money-494163_1920

Der Award ist dotiert mit einem Geldpreis und Schnaps und wird im November im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in Berlin vergeben.