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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Laut kichernd, ein bisschen doof und ziemlich feige. So kennen wir die Hyänen vor allem aus dem Disney-Film Der König der Löwen.

Dort sind sie die bösen Helferinnen von Scar, dem fiesen Bruder von Löwenkönig Mufasa. Als Vorlage dienen hier und in anderen Filmen meist die Tüpfelhyänen.

Nicht alle Hyänenarten ernähren sich übrigens von Aas: Während Streifen- und Schabrackenhyänen Aasfresserinnen sind, erlegen die Tüpfelhyänen bis zu 95 Prozent ihrer Beute selbst. Dies erklärt vielleicht die häufig dargestellte Rivalität zu Löwen. Die Tüpfelhyäne ist ganz schön gerissen und gerne frönt sie dem sogenannten Kleptoparasitismus, dem Abjagen der Beute anderer Fleischfresserinnen (ein weit verbreitetes Phänomen auch unter Studentinnen). Dabei ist es ihnen in der Regel völlig egal, um was für ein Beutetier es sich gerade handelt: ob Gnu, Antilope oder gar Elefant – auf den Tisch kommt alles und zur Not tun’s auch Ameisen.

Die Hyäne hat, ebenso wie der böse Wolf, völlig zu Unrecht einen schlechten Ruf: Innerhalb ihres sogenannten Clans ist sie nämlich eine sehr angenehme Gesellin. Das Sozialverhalten der Tüpfelhyäne ist sogar etwas ganz Besonderes und ähnelt dem mancher Schmalnasenaffen, etwa den Pavianen. Ein Clan umfasst bis zu 80 Tiere, der sich in kleinere Gruppen unterteilt und sich beizeiten wieder vereint. Cool, was? Man kennt sich also und tauscht immer den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Innerhalb dieser Clans herrscht übrigens Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Kommuniziert wird über – das war fast zu erwarten – Gerüche. Fun Fact: Im Gegensatz zu den meisten anderen Raubtierarten fehlt der männlichen Hyäne der Penisknochen. Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

David Bäuerle