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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Der 27. Tag: Die Menschheit bekommt von ethisch gefestigten Aliens eine geheimnisvolle Superwaffe. Mit großer Macht kommt große Verantwortung. Wie wird es weitergehen – das Ende der Menschheit oder ein Neuanfang?

Worum geht’s

In »Der 27. Tag« aus dem Jahr 1957 entführt ein sehr menschlich aussehender E.T. fünf Erdenbürger. Der Lebensraum des Alien-Mannes ist gefährdet. Er und seine Freunde sind deswegen vom Aussterben bedroht. Die Aliens sind aber fried- und freundlich und wollen die Menschen nicht niederschlachten, um deren Planeten zu übernehmen. Stattdessen schenkt der freundliche Außerirdische allen Anwesenden eine mysteriöse Waffe in Form einer Kapsel. Diese kann bei Benutzung einen Großteil der Menschheit auslöschen. Werden die dummen Menschen die Waffe nutzen? Und ist es wirklich ethisch vertretbar, eine fremde Weltraumspezies mit Killer-Kapseln zu versorgen?

Anwärter für den Olymp des Trash?

Das ist der Film wohl eher nicht. »Der 27 Tag« ist zwar reichlich in die Jahre gekommen, aber bis auf die politisch fragwürdige Darstellung der Russen im Film (dazu später) ist er durchaus solide.

Allerdings verspricht der Spruch, mit dem das Werk beworben wurde, wesentlich mehr als der Film halten kann: »MIGHTIEST SHOCKER THE SCREEN EVER HAD THE GUTS TO MAKE!«. Auch »Terror from outer Space!« ist ein verwirrender Werbeslogan, sollen die Außerirdischen doch eigentlich friedlich und ethisch sein. Denn der wahre Feind sind ja die Russen! Oder kommen die Russen vom Mars? Kommt das der Begriff »roter Planet«?

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Jonathan Clark: »Menschen hassen, weil sie sich fürchten. Und sie fürchten alles, was sie nicht verstehen … also fast alles.« Tiefgründig, nicht wahr? Auch schön, die klassisch russlandfeindlichen Schlagzeilen in der Presse: »Der Osten verlangt Weltkontrolle!«

Die Darstellung der Sowjets fällt insgesamt äußerst charmant aus. Als die Superwaffe geknackt wurde und einsatzbereit ist, hat die Sowjetunion natürlich nur eins im Kopf:

»Demokratien lieben den Frieden – das ist eine alte Tatsache. Und die Amerikaner lassen sich zu einem Krieg am allerwenigsten herausfordern. Sie müssen hinein gebombt werden!« Die Amerikaner machen sich wiederum viele Gedanken um Moral, Diplomatie und Menschlichkeit.

Politisch fragwürdigste Szene

Die Eingangs dargelegte Russlandfeindlichkeit in »Der 27. Tag« übersteigt jedes Maß. Die neue Veröffentlichung von Anolis Entertainment spricht in der Filmbeschreibung von einem »Paradebeispiel anti-russischer Propaganda aus der Zeit des Kalten Kriegs«.

Die letzten Sätze des russischen Generals im Film sagen alles: »Nur noch wenige Augenblicke und die Welt gehört uns!« Dann wird er durch eine Strahlung getötet, die alle »Feinde der Freiheit und des Friedens« ermordet. Das war der wahre Zweck der außerirdischen Waffe. Die Welt ist endlich in Ordnung.

Ist das Trash oder kann das Weg!?

»Der 27. Tag« lohnt sich wohl vor allem als Zeitzeugnis anti-kommunistischer Stimmung während des Kalten Kriegs. Für Personen, die das große Trash-Spektakel suchen, ist er nicht empfehlenswert.

Außer »Der 27. Tag« gab es in der letzten Woche folgende Themen…

Das letzte Herz ging an den sympathischen Jens Spahn.

Patrick war im B-Movie in Hamburg und hat sich japanische Trashfilme angeguckt.

Unsere Autorin Vanessa hat die neue Show von Klaas (»Late Night Berlin«) besprochen.

In der Sneak gabsch dasch Filmschn ausch Frankreisch: Die Scht’is in Paris

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