Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Diese Woche: Battle Royale. Eine japanische Schulklasse masakriert sich auf einer verlassenen Insel. Und wieder explodieren Kinder.

Die Story

Der frisch vom Index gestrichene Klassiker aus dem Jahr 2000. Für alle, die ihn nicht kennen die Story: Eine nichts-ahnende Schulklasse wird auf ihrer Klassenfahrt betäubt und auf eine einsame Insel verschleppt. Weil die Regierung versagt hat und die Bevölkerung größtenteils arbeitslos und depressiv geworden ist, verweigern die Schüler den Unterricht. Um verantwortungsvolle Erwachsene zu werden, sollen die Teenager sich gegenseitig abschlachten. Wenn sie sich weigern, explodieren sie dank explosiver Halsbänder. Das ist die Story. Nebenbei gehts dann noch um Freundschaft, Verrat, Eifersucht, Pazifismus, Revolution, Liebe und selbstgebackene Kekse. Nach jedem Tod wird ein Killcounter angezeigt. Der Streifen ist klar als klassische romantische Liebeskomödie einzuordnen. Wie „Tatsächlich… Liebe“ nur mit explodierenden Teenagern.

 

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Wer gerne Spaß im Leben hat, kommt an “Battle Royale” nicht vorbei. Alle anderen auch nicht. Immerhin stirbt durchschnittlich alle zwei Minuten jemand. Der Film liefert ein kreatives Szenario, und inspirierte “Hunger Games”, die PISA-Studie und die moderne romantische Liebe. Die geltenden Regeln des Massakers werden übrigens stilecht von einem kawai Waifu erklärt. Wer kriegt da nicht Lust mitzumachen?

Trinkspielideen

42 Schüler. 42 Schnäpse. Es wird getrunken, wenn jemand das Zeitliche segnet. Entweder teilt man die Schüler unter sich auf, oder bei jedem wird getrunken. Sehr praktisch ist dafür die Einblendung wer gerade gestorben ist. Zwar versteht kein Mensch Japanisch, aber dann trinken halt einfach immer alle.

 

Was haben wir gelernt?

Falls ihr euch plötzlich auf einer einsamen Insel mit einer japanischen Schulklasse wiederfindet, vertraut niemanden. Außerdem: Probleme der Regierung verschwinden, wenn man junge Leute sprengt. Gott sei Dank folgt die Revolution und Abrechnung in „Battle Royale 2: Requiem“.

 

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Die langsam durchdrehenden Schüler hauen zunehmend geniale Sprüche raus.

“Bist du noch Jungfrau? Willst du nicht vorm Sterben nochmal ein richtig krasses Ding verpasst bekommen?”

Anschließend zerhackt ihn das angesprochene Mädchen. Junge Liebe ist wirklich was schönes.

Was für ein Cover. Schlicht, dramatisch, kraftvoll und kopflos wie die Handlung.

Politisch fragwürdigste Szene

Der Vater des Hauptcharakters erhängt sich aus Verzweiflung, aber appelliert im Tode an seinen Sohn. Auf Klopapier, welches er sich um den Hals gewickelt hat, steht:

“Schlag dich Wacker mein Junge”

Danke Papa.

Fazit

Sehr unterhaltsamer Trash-Klassiker, der mit simplem kreativen Szenario überrascht, aber durch philosophische Fragestellungen der Akteure die eigene Weltanschauung ins Wanken bringt. Der Film ist brutal und kraftvoll, weil er aber auf einem Buch basiert, könnt ihr ihn auch mit Literaturschnöseln gucken. Die müssen dann aber gefälligst auch saufen!

Wer sich dieses Meisterwerk von Kinji Fukasaku nicht entgehen lassen möchte, der soll frohlocken. Der Film wird seit dem 20.4. wieder in einigen Kinos gezeigt und ist seit heute auch auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Das wird das noch erleben dürfen (schnief).

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen.