Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Diese Woche: Hectic Knife. Der apathische Held im Cobain Look verteidigt seine Stadt mit Küchenmessern. Und Kinder explodieren.

Die Story

Hectic Knife ist ein Superheld mit Messern und einer albernen Perücke, der sich ausschließlich von hartgekochten Eiern ernährt. Außerdem lebt und arbeitet er in einer kaputten, gefährlichen Stadt voller Kriminalität und Superschurken. Er leidet an Burn-Out und hat eigentlich keinen Bock mehr drauf Leute zu retten.

Aber dann kommt der Bösewicht Piggly Doctor. Er lässt Kinder explodieren, macht mit seiner bösen Gehilfin Menschen drogenabhängig und nur Hectic Knife kann ihn stoppen. Der Film wurde 2016 veröffentlicht. Trotzdem ist er (wie alle anständigen Arthouse Filme) größtenteils in schwarzweiß.

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

“Hectic Knife” kann einiges. Der Film brilliert mit unglaublich sinnfreien Dialogen, Gewalt und schauspielerischen Höchstleistungen. Die Charaktere sagen ständig, wer sie sind und was sie tun. “Look at me! I’m a hooker!”.

Das Ganze ist mutmaßlich gewollt trashig, aber schon recht unterhaltsam.

Hier könnt ihr einen seltsam geschminkten Mann mit umgedrehter Krone sehen, der ziemlich intelligent über den Film spricht (und ihn en passant mit „Eraserhead“ von David Lynch vergleicht):

Trinkspielideen

Immer dann trinken, wenn Hectic bescheuert mit seinen Messern rumfuchtelt. Oder immer am Gläschen nippen, wenn du denkst „dümmer kann es nicht werden!“ (es aber noch bekloppter kommt).

Am Ende des Films besoffen mit Küchenmessern und Perücke vor der heimischen Webcam posieren. Die Bilder und Videos auf der Facebookseite von ZurQuelle posten. Wir warten sehnsüchtig. Aber tut euch nicht weh und nehmt nur stumpfe Messer.

Was haben wir gelernt?

Man lernt bei diesem Kunstwerk, dass ein Film nicht zwingend eine Handlung, ein Drehbuch oder gute Schauspieler braucht. Setz einfach deinem besten Kumpel eine alberne blonde Perücke im Kurt Cobain Style auf die Birne, dann sag ihm er soll blöd mit Küchenmessern rumfuchteln und dabei so gucken, als wäre er auf Diazepam.

Lest hier das Taste the Waste Spezial mit Jörg Buttgereit!

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Ein Dialog in dem Film ist besonders schräg. Hectic trifft seinen lange verschollenen Vater. Sie setzen sich in ein American Dinner und versuchen gemeinsam die Vergangenheit zu bewältigen.

Hectic: “Remember how you abandoned us?”

Papa: “Yieah, having a family is fucking stupid.”

Hectic: “For some people…”

Papa: “For everyone!”

Hectic: “Why have you fucked mom then?”

Papa: “She’s hot!”

Auch Hectics Vater trägt in der Szene eine alberne Perücke. Wie der Vater, so der Sohn.

Große Filmkunst lebt vom Cover. Hier eine besonders poetische Bildkomposition.

Politisch fragwürdigste Szene

Neben der oben zitierten Szene, ist hier wohl die Ermordung von Hectic Knifes Freundin Franny Clooper zu nennen. Er ersticht sie, weil sie heimlich Geld von ihm klaut. Löst man so Beziehungsprobleme?

Fazit

Insgesamt ein ziemlich starker Film. Der Plot funktioniert, da es ihn nicht gibt. Das filmische Meisterwerk ist klassisch aristotelisch gehalten: Am Ende wartet die Katharsis in Form eines Endkampfes zwischen Hectic und Piggly.

Peter Litvin überzeugt als Hectic Knife und spielt die Rolle seines Lebens. Einen großen Dank an Troma Entertainment, sowie den Regisseur UND (!) Drehbuchautoren Greg DeLiso für dieses dramaturgische Feuerwerk.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen.

Mehr Filme von Troma? Schaut mal hier.