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von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Diese Woche: Teleios – Endlose Angst. In der Zukunft sind Menschen überholt. Macht aber nichts.

Die Story

Science-Fiction. Der Film spielt irgendwann Ende dieses Jahrhunderts. Mittlerweile ist es vollkommen normal, dass genetisch gepimpte Menschen existieren. Sie sind super schön, super klug und super muskulös. Und das Beste: Alles, was Menschen an anderen Menschen nervt, fällt bei ihnen weg. Hundertprozentige Instinktkontrolle. Kein Zorn, kein Humor, kein Sex.

Fünf davon sind gerade erwachsen geworden und qualifizieren sich damit für eine Reise in den Weltraum. Irgendwo sollen sie ein Lastschiff (Gibt es „Last“ im Weltraum?) bergen. Das hat eine wertvolle Ladung an Bord.

Die Crewmitglieder des Schiffes, das es zu finden gilt, sind alle tot. Die erste Vermutung der fünf schönen schlauen super Menschen ist, dass sie verrückt geworden sind. Bald aber stellt sich heraus, dass die Vermutung der Zuschauer richtig war: Die haben sich nicht alle gegenseitig umgebracht. Vielmehr ging es um die geheimnisvolle Ladung.

Das wissen die fünf perfekten Menschen mit dem viel zu dicken Makeup, dem nachgezeichneten Sixpack und den offensichtlich falschen Brüsten, weil ein Crewmitglied überlebt hat. Der brabbelt unverständlich vor sich hin und hat dem „Art“ (Artificial Human), der mit ihm auf dem Schiff war, in der Zeit seiner Einsamkeit eine Vagina anmontiert. Und sich ein bisschen verliebt. Als man ihn zum Reden bringen möchte, werden dem Art also lauter Plastikschläuche aus dem Körper gezogen.

Am Ende gibt es noch ein oder zwei große Twists, von denen einer wirklich unvorhersehbar war.

Schöne Körper im Weltall und im Zentrum: ein perfekt ausgeleuchtetes Sixpack.

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Trash soll Spaß machen. Teleios war super langweilig. Klar, es gibt ein paar Momente, die schon olympwürdig sind. Zum Beispiel die Rückblenden die zeigen, wie es ausgesehen haben könnte, als die Crewmitglieder sich gegenseitig umgebracht haben. Das ist ganz schön brutal, einmal sieht man nudeliges Hirn.

Oder die erste Einstellung: Ein Asteroid-Gürtel um einen Planeten. Offensichtlich billig computeranimiert fliegen wir in einer Kamerafahrt hindurch. Die Szene wäre prädestiniert für eine aufwändige 3D-Überarbeitung, sähe dann aber immer noch billig aus. Dafür tragen alle bunte Lichterketten um ihre Jogging-Raumanzüge.

Krasse Effekte lassen die schläfrigen Augenlieder für einige Sekunden nach oben schleichen.

Trinkspielideen

Wenn jemand vorschlägt umzuschalten, wird getrunken. Ebenso dann, wenn es heißt „Müssen wir das weitergucken?“ Gültig ist auch „Lasst das bitte ausmachen!“ Und wenn es heißt: „Ey, Leute, lasst mal aufhören zu trinken und lieber ins Bett gehen“, müssen alle ein Wasserglas exen.

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

„Das einzige, was mir noch etwas bedeutet, das bist du.“ „Aber wieso? Sieh mich nur an.“ „Das tue ich. Emma, ich sehe dich zum ersten Mal und ich habe niemals ein schöneres Wesen gesehen.“

Schmalzlocke hat den aggressiven Hooligan fest im Würgegriff.

Politisch fragwürdigste Szene

Der Art ist asiatisch. Der Typ, der mit ihm alleine war, hat Mandarin gelernt. Die Frage wird aufgeworfen, ob er das gemacht habe, weil der Art in China hergestellt wurde, er das also für des Arts Muttersprache halte. Stellt sich heraus: Nein. Arts haben auch keine Muttersprache, es sind ja Arts. Aber die Frage steht im Raum.

Fazit

Ein Kammerspiel voller Dialog und blabla und was ist Menschsein und wer darf über wessen Existenz bestimmen und blabla. Das geht auch geiler, Blade Runner zum Beispiel. Und klar, Low Budget zwingt Filmemacher mit Locations sparsam umzugehen. Aber die Kulissen sind leider unentschuldbar, genauso wie die Kostüme, das Make Up und – auch das muss gesagt werden: Die Schauspielerischen Leistungen.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen.