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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wir verköstigen was bei anderen im Abfall landet und zelebrieren Trash in allen Formen und Farben. Heute: Killing Hasselhoff. Eine Meta-Komödie voller Peniswitzen und Misogynie. Köstlich.

Worum geht’s

Chris, gespielt von Ken Jeong, hat Geldprobleme. Um seine finanziellen Schwierigkeiten zu lösen und weil er schlicht ziemlich verzweifelt ist, entschließt er sich, David Hasselhoff umzubringen. Ken Jeong war lange Arzt bis er sich entschloss, hauptberuflich Klamauk zu machen.

 

Chris ist Mitglied eines „Death Pools“, wie man ihn aus Dirty Harry 5 kennt. Eine Gruppe wirft Geld in einen Topf, jeder wählt einen Promi, von dem er glaubt, dass er im nächsten Jahr sterben wird. Wenn der eigene Promi dann tatsächlich abtritt, gewinnt man den Jackpot. Chris hat David Hasselhoff gewählt.

 

  

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Killing Hasselhoff passt nicht in die Kategorie „Trash“. Denn er ist mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, ordentlich produziert, stellenweise lustig und vor allem: Nimmt sich selbst überhaupt nicht ernst. Wie kann etwas Trash sein, das gar nicht vorgibt, etwas anderes zu sein? Wie soll man sich über etwas lustig machen, das voller Selbstironie steckt?

Trotzdem (oder gerade deswegen) ist der Film das Letzte, aber dazu später.

 In der Sneak: Schneemann

Was haben wir gelernt?

Es gibt eine Million Klischees über David Hasselhoff. David Hasselhoff kennt alle Klischees über sich. David Hasselhoff hat kein Problem damit, sie alle zu ironisch zu bedienen. David Hasselhoff hat einen guten, gesunden Humor.

 

Was würde Tarantino zitieren?

„So are you up to speed on what we want you to do?”

“Yeah, it’s a shame though. I’m a fan of David Hasselhoff. He a beautiful man.”

“You people confuse the hell outta me.”

“WHAT? BLACK PEOPLE?”

“No! Gay people!“

„Ok. That’s confusin‘ to some people. I get it.“

Lea Joy Friedel (Die Partei) im Interview

Politisch fragwürdigste Szene

Killing Hasselhoff ist sexistisch, rassistisch und homophob. Frauen sind Objekte, die nicht selbstbestimmt agieren, sondern ausschließlich auf Männer reagieren. Das ist nun nichts Neues oder Verwunderliches. In Jungs-Komödien, wie Killing Hasselhoff eine ist, sind Frauen „Bitches“, zeigen Frauen selbstverständlich ihre Brüste oder werden gegen ihren expliziten Willen flachgelegt. So funktioniert der Humor nun mal, Bro!

Aber in Zeiten von #metoo ist es doch schwer zu ertragen, dass all das, was Frauen so offensichtlich täglich erleiden müssen ein solches Denkmal gebaut bekommt. Das Frauen- und Männerbild, das Killing Hasselhoff transportiert, ist ein wunderbares Beispiel für das, was am Geschlechterverhältnis kaputt ist.

 

Ist das Trash oder kann das weg?!

Das kann weg. Nicht weil es nicht lustig ist, den der Film ist streckenweise gar nicht so albern wie man meint und wenn doch, dann derart dadaistisch, dass es trotzdem funktioniert.

David Hasselhoff ist hierin eine großartige Persiflage seiner selbst und Rhys Darby als betrogener Ehemann mit homophob-homoerotischen Fantasien, der langsam verrückt wird, so gut wie zuletzt in Flight oft he Concords.

Vor allem aber ist der Film lustig, weil er den männlichen Bro-Humor in jedem Mann kitzeln wird. Dieser machohafte, frauenverachtende Humor, den jeder Mann in sich trägt, egal ob links oder rechts. Dieser Humor, der Ausdruck eines Rollenbildes ist, das die eine Hälfte der Gesellschaft nach oben und die andere nach unten drängt. Ein Rollenbild, das in Männern das Gefühl erwachsen lässt, Anspruch auf die Positionen, Gefühle und Körper von Frauen zu haben.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

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