Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Für die Liebe zum Trash! Diese Woche: Evidence. Amerikaner, Monster und Handkameras.

Worum geht’s?

Ryan (Ryan McCoy) möchte eine Dokumentation über den ersten Campingurlaub seines Freundes Brett (Brett Rosenberg) drehen. Gemeinsam mit zwei weiblichen Begleiterinnen machen sie sich auf den Weg in die Wälder. Doch die Lagerfeuerromantik hält nicht lange an: Eine mysteriöse Kreatur giert nach dem Blut der vier Freunde. Plötzlich scheint die Nacht kein Ende mehr zu nehmen…

Noch wittern die Camper keine Gefahr.

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Gegenfrage: Was machen ambitionierte Regisseure, wenn es an der finanziellen Förderung hapert? Sie drehen Filme über Regisseure, bei denen es an der finanziellen Förderung hapert. Ergo: Handkameras. Shake it, Baby! Lohnt sich allerdings nur, wenn die Story einigermaßen originell ist. In diesem Fall ein Satz mit X. Der Film ist an Plumpheit kaum zu überbieten. Wurde er wirklich in einem Wald gedreht? Da sind überall Trampelpfade. Sicher, dass das nicht im Stadtpark war? Dann erklärt sich das mit dem Monster auch, es ist ja allgemein bekannt was nachts so im Stadtpark kreucht, fleucht und Drogen verkauft. Und apropos Monster: In seinen wertvollen Sekunden Screentime sieht es manchmal aus wie eine Krabbe, dann wieder wie Chewbacca. Auch lieb von ihm, dass es immer nur dann Geräusche macht, wenn die Protagonisten mit Reden fertig sind. Der Machart nach also schon trashig. Aber kein bisschen unterhaltsam.

Trinkspielideen

Bei jedem hysterischen Atemzug der Protagonistin trinken. Da man dabei Lichtgeschwindigkeit beim Nachkippen überschreiten muss, empfiehlt sich die intravenöse Einflößung. Dann stirbt man auch schneller und muss den Film nicht so lange ertragen. Filmt euch dabei und eure Freunde können einen Found-Footage-Film zusammenschneiden, der besser ist als dieser.

Ein altes Lager mitten im Wald. Keine Hilfe in Sicht.

Was haben wir gelernt?

Dass man als Protagonist eines trashigen Horrorfilms trotz fahrbereitem Wohnmobils nicht einfach damit aus dem Wald flüchten darf. Man muss schon noch die ganze Nacht darin schlafen, sonst wäre der Film viel zu früh zu Ende.

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Brett ist spurlos verschwunden. Ryan findet das gar nicht gut und lädt seinen Frust an seiner Freundin ab:

„Maybe if you weren’t so fucking pathetic he would have fucked you.Get out of the way before I break this camera over your fucking face.“

Wahrscheinlich würde Tarantino gar nichts von diesem Murks zitieren.

Die Gruppe ist aufgespalten. Das Überleben liegt in den Händen jedes Einzelnen.

Politisch fragwürdigste Szene

Der ganze Film ist ein sexistisches Trauerspiel ohne jegliche Ironie. Gleich in der zweiten Szene fasst der Kameramann und Protagonist der Frau zur Begrüßung beherzt an den Hintern. Sie kommentiert das Ganze in feministischer Manier, indem sie ihm auch noch ihre Brüste zeigt. Die Frauen rennen auch ständig ohne Grund ins Bild, um der ohnehin erektionsbefreiten Zuschauerschaft ihre Genitalien entgegenzustrecken. Es nervt.

Ist das Trash oder kann das weg?!

“Evidence”  ist ein pubertäres Mosaik aus Brüsten, Bäumen und Belanglosigkeit. Hätte die Autorin dieses „Footage“ beim Spazieren im Park gefunden, hätte sie es mit Freude zu Hause überspielt. Vielleicht mit was anständigem wie „The Love Witch“, „Final Girls“ oder „Carrie“. Hauptsache ein Film in, in dem die Darstellerinnen mehr zu tun haben als kreischend ihre Titties in Richtung Kamera zu schleudern.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

Ihr wollt produktiv prokrastinieren? Wissen und Unwissen sprechen euch an? Lest die aktuelle Zur Quelle als Print-Ausgabe!  HIER könnt ihr sie bestellen.

Mehr Infos über das ZurQuelle Magazin.