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von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Für die Liebe zum Trash! Diese Woche: Comic-Stars gegen Drogen. Bugs Bunny und seine Freunde ziehen Michael aus dem Drogensumpf.

Die Story

Michael klaut seiner kleinen Schwester Conny das Sparschwein um sich Marihuana und Crack zu kaufen. Diverse Comic Stars, u.a. Alf, die Schlümpfe, Alwin und die Chipmunks, erscheinen aus dem Nichts in Connys Zimmer. Sie machen sich auf Michaels Fährte um ihn zu überreden mit dem Scheiß aufzuhören. Der böse Geist der Drogen versucht Michael hingegen zu krasseren Konsum zu überreden. Der Kampf der Comic Figuren findet in der Gegenwart, in Michaels Vergangenheit (Bugs Bunny hat eine Zeitmaschine geklaut), auf dem Jahrmarkt und in Michaels Körper statt. Die Übergänge sind dabei chaotisch fließend, was den Film schön trippy macht. Quasi eine Comic-Star Variante von „Fear and Loathing in Las Vegas“.

Die Disney-Sozialarbeiter sind bereit für den War on Drugs.

 

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Trotz der löblichen Botschaft des Filmes: “Drogen sind scheiße”, bleibt der Film hinter seinen

Figuren zurück. Jede Comicfigur wird extra eingeführt, obwohl man die doch eh schon alle kennt. Welche verkorkste Kindheit kam schon ohne Garfield oder die Turtles aus? Bonuspunkte gibts aber für die heiße Mutti am Anfang, welche verkündet, dass der Bundeskanzler und die Ronald McDonald Kinderhilfe Drogen kacke finden. Bundeskanzler war damals Helmut Kohl. Verleitete das nicht geradezu zum Konsum, wenn man wusste, dass Onkel Helmut das doof fand? In Amerika gab’s anstelle der MILF übrigens eine Ansprache von Bush persönlich. Und ein drogenabhängiger Junge wurde vor laufender Kamera ins Bootcamp geschleppt und ausgepeitscht (nein, nicht wirklich).

 

Trinkspielideen

Da der ganze Film gegen Drogen ist, sind Trinkspiele hier schon makaber. Liebe Kinder, auch Alkohol ist eine Droge. Aber egal: Jeder sucht sich eine Comicfigur aus und gibt Knallgas sobald diese im Bild ist.

 

Conny, ihr Schmuckkästchen und die schmierige Wolke.

Was haben wir gelernt?

Drogen sind scheiße. Marihuana bringt dich dazu deine Schwester zu verprügeln. Und die hübsche Blonde aus Michi’s Gang kann dir für einen 10er eine gute Portion Crack klar machen. Drogenabhängige Jugendliche werden außerdem von bösartigen Geisterwolken

verfolgt, die nur von einem Team von Disney-Comic-Stars gestoppt werden können.

 

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Connys und Michis Eltern in der Küche. Vater geht an den Kühlschrank und entrüstet sich: “Hier fehlen ja ein paar Bier!”.

Die Mutter erwidert: “Die hast du doch sicher gestern vorm Fernseher gesoffen!”.

Der Vater daraufhin: “Stimmt.”

How high? So high that i can kiss the sky…

Politisch fragwürdigste Szene

Michael hat mit den Drogen angefangen, um von den anderen nicht als Feigling abgestempelt und ausgegrenzt zu werden. Die Comichelden greifen dies aber kaum auf, stattdessen wird er mehrfach Idiot beschimpft. Zitat von Bugs Bunny:

“Lieber einmal ein Feigling sein als für immer der Dumme zu sein. Aber zweifellos bist du kein begnadeter Denker.”

Danke Bugs, jetzt gehts Michi bestimmt besser.

 

Ist das Trash oder kann das weg?!

Drogen sind furchtbar. Das verdeutlicht der Film innerhalb der ersten Sekunden. Gründe für Drogenkonsum oder die menschliche Nähe zu den Betroffenen fehlen jedoch größtenteils. Leider scheitert der Film daher  als Präventionsfilm vollständig. Allerdings sind die Comicfiguren ziemlich geil, weil es die Originale sind: Garfield, die Chipmunks, die Turtles, alle sind dabei und wollen Michael aus dem Drogensumpf befreien.

Gleichzeitig versagt er filmisch größtenteils, weil die komplette Handlung zu dünn ist. Da ich während des Films aber gesoffen habe, gings dann doch klar. Leider haben die Magic Mushrooms erst reingeballert, als der Film schon zu ende war. Vorm Einschlafen huschte dann doch noch Bugs Bunny durch meine Bude, versteckte mein Crack und beschimpfte mich als Idioten. Ende gut, alles gut

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

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