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von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Für die Liebe zum Trash! Diese Woche: Caged Women. Eine große sexistische Fragwürdigkeit aus den frühen 90ern.

Die Story

Die amerikanische Touristin Janet verbringt ihren Urlaub irgendwo in Südamerika. In einer Kneipe wird sie von einem schmierigen Typen beinahe vergewaltigt, aber Frank (ein anderer Kneipengast) rettet sie. Die beiden poppen dann. Am nächsten Morgen ist Frank weg und der schmierige Kerl entpuppt sich als korrupter Polizist. Weil er nicht gebumst hat, unterstellt er Janet Drogen zu verkaufen. Eingesperrt in einem Frauengefängnis-Schloss mitten im Urwald, werden Janet und anderen Frauen als Sexsklavinnen verkauft. Janet widersetzt sich dem Direktor, der sie daraufhin mit Waffen durch den Urwald jagen lässt.

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Eine unglaubliche schlechte Vertonung und extremer Sexiusmus treiben den Film voran. Jedes Gespräch hört sich an, als ob es heimlich von einem versteckten perversen im Gebüsch aufgenommen wurde. Glücklicherweise macht der Film keine Anstalten die ständige Nacktheit mit einer Handlung zu relativieren. Jedes Klischee an eine Pornofilmhandlung wird erfüllt, ohne dass Caged Women ein Porno ist. Die schlechtesten Aspekte aus Porno und Spielfilm wurden quasi gekreuzt, um eine Monstrosität zu schaffen. Im Gegensatz zu Frankensteins Monster würde dieser Film aber wohl sagen: “Please kill me!”.

Trinkspielideen

Hier bieten sich zwei Trinkspielarten an, je nach politischer Gesinnung. zum einen das reaktionäre und chauvinistische Spiel. Wer denkt: “Boah Titten!”, der trinkt immer wenn man nackte Frauen sieht. Wir wünschen viel Spaß beim Kater. Andererseits das progressive und feministische Trinkspiel. Wer denkt: “Diese Reduzierung der Frau auf ein Sexualobjekt ist widerlich und symptomatisch für eine patriarchale Arschlochgesellschaft”, trinkt immer wenn der Film sexistisch ist. Auch hier: Viel Spaß beim Kater.

Mehr schräge, schlechte oder verrückte Filme? Hier!

Was haben wir gelernt?

Nackte Haut und schlechte Dialoge machen noch lange keinen unterhaltsamen Abend. Was anfangs pubertär lustig wirkt, zeigt sich als undurchdacht, sexistisch und teilweise einfach eklig. Sex sells, aber irgendwann halt auch nicht mehr. Spätestens, wenn auf dem Bildschirm über den Verkaufspreis von Jungfrauen gefeilscht wird, vergeht (hoffentlich) auch den primitivsten Freunden des Flachwitzes das Lachen.

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Am Ende des Filmes werden Janet und ihre Leidensgenossin Luise aus der Sexsklaverei gerettet. Frank der Pilot entkommt mit ihnen im Hubschrauber aus dem Gefängnis. Weil die beiden so froh sind nicht mehr vergewaltigt zu werden, fangen sie an Frank auszuziehen und an ihm rumzuspielen. Der Film endet mit dem Dialog:

Frank: Girls, I can’t see anything. We are going to crash. I can’t find the Joystick.

Girls: Hihihi…., but we can!

Jetzt im Kino: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“. Hier die Kritik!

Politisch fragwürdigste Szene

Es gibt in dem Film keine einzelne fragwürdigste Szene. Er ist ein Gesamtwerk der Fragwürdigkeit.

 

Ist das Trash oder kann das weg?!

Für alle, denen der bloße Anblick von weiblichen sekundären Geschlechtsorganen reicht, ist Caged Women eine klare Empfehlung. Vielleicht fragt ihr euch nach dem Film aber, ob ihr nicht mal euer Weltbild überdenken solltet (Zeigefinger hoch!). Allen anderen Menschen sei dieser Film nur empfohlen, falls sie sich nochmal ins Zeitalter der schrägen Softpornos versetzen wollen (na klar, die 90er!). Aber selbst dann, guckt euch lieber einen Russ Meyer an. Die sind wenigstens lustig. Caged Women ist ein politisch gänzlich unkorrekter Exploitationfilm, der maximal hartgesottene Genre-Fans begeistern könnte. Denn tatsächlich, man mag es kaum glauben: „Women in prison“ ist ein eigenes Subgenre.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

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