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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Troma schenkte der Welt Filme wie »Night of the Chicken Dead«, in dem atomar verstrahlte Chicken Nuggets Amok laufen. »Spidarlings« bringt ähnliche einfallsreiche (und wunderschöne) Dummheiten: Spinnensex, eine Großmutter-Fee und schräge Gesangseinlagen. Unser Autor Felix hatte Pippi in den Augen.

Worum geht’s?

Versuchen wir einmal, die Ereignisse in eine logische Ordnung zu bringen: Eden und Matilda haben Ärger mit ihrem Vermieter. Sie haben seit zwei Jahren keine Miete mehr gezahlt und jetzt will der Arsch sie rausschmeißen. Zum Glück kommen sie an Geld (sie strippen im »Juicy Girls«). Aber statt damit die beschissene Miete zu bezahlen, investieren sie ihr Geld sinnvoll und kaufen eine Spinne. Die hat anschließend Sex mit der schlafenden Eden. Zu allem Übel ist ein Stammkunde im »Juicy Girls« ein gestörter Frauenmörder. Am Ende wird alles gut.

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Eine Großmutter-Fee rät dem bösartigen Mörder, den Wunsch, ein Monarch zu werden, lieber fallenzulassen. Schließlich stehe die Revolution kurz bevor und der Adel müsse da bekanntlich als erstes dran glauben. Als der Mörder ausfallend reagiert, antwortet die Fee: »Bad Boys don’t get any wishes. So fuck you!«

Screw you and your toxic masculinity!

Die »Juicy Girls« im Streitgespräch

Welche Satz würde Tarantino zitieren

In einem Song werden fröhlich und lebensbejahend die Waren im Supermarkt besungen und die »manipulative industrie of mass-production«.

Eden und Matilda dinnieren bei ihrer reichen Freundin.

Politisch fragwürdigste Szene

Der Sex mit der Spinne ist nicht wirklich einvernehmlich. Eden schläft und denkt, sie habe einen heißen Traum. So wird die Spinne in ihrer Fantasie zu Freundin Matilda. Wenigstens beißt sie vor lauter Ekstase das mistige Spinnenvieh tot.

Ansonsten war der Filmdreh von »Spidarlings« angeblich sehr tierfreundlich. Das Fleisch, welches man im Film im Kühlschrank sieht, ist aus Seitan und auch die Crew aß streng vegetarisch.

Diese politisch-ethische Grundhaltung spiegelt sich auch in so manchem Dialog:

Edens Vater: »Look, it’s the Milkman!«

Eden: »Another shameless exploiter of animals.«

Plötzlich ein Animationsfilm: Der Paarungsakt mit der Spinne.

Fazit

»Spidarlings« hält, was sein Untertitel (»Arachny in the UK«) verspricht. Ein schräger und normenzersetzender Spaß für Groß und Klein, mit einer entspannten Laufzeit von zwei Stunden. Im Juli erscheint der Film in den USA und Großbritannien. In Deutschland vermutlich nie, aber hey – wozu wurde das Internet denn erfunden?

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