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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Nachdem Münster vor einigen Jahren seinen Status als Punk-Hochburg mit Bands wie Idle Class zementieren konnte, treten nun eine Reihe junger Bands in die Fußstapfen der Szene-Pioniere. Shoreline vereinen mit einer hochsympathischen Mischung aus treibendem Punkrock im Stile der Flatliners und dem empathischen Emo-Einschlag von Title Fight das studentische Flair der Westfalenstadt mit linken Protest-Idealen um Achtsamkeit und Veganismus – eine Kombination, die sie bereits ins Vorprogramm von Größen wie Hot Water Music, Adam Angst oder Basement brachte und zu ihrem Debütalbum „Eat My Soul“ führte, das seit seinem Erscheinem Anfang Juli als absoluter Szene-Tipp gilt. Grund genug für uns, Frontmann Hansol Seung nach seiner musikalischen Prägung zu befragen.

Der erste Song, den ich bewusst gehört habe

Schwierige Frage. Ich denke es wird Pink! oder so gewesen sein. Also wenn man alle klassischen Stücke ausklammert, die ich davor im Musikunterricht gelernt habe. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich einmal den MP3-Player von meiner Schwester ausgeliehen habe und locker zwei Stunden auf meinem Bett saß, alle Songs gehört habe und es mich komplett geflasht hat.

Der Song, der mich an meine Schulzeit erinnert

Whatsername – Green Day. Allgemein hat mich die Band in meiner Schulzeit sehr stark beeinflusst und war definitiv der Grund, warum ich meine erste Band gemacht habe. Ich hab zu der Zeit über Jahre heftig mit meiner damaligen besten Freundin gestritten und die Alben American Idiot und 21st Century Breakdown waren quasi „unser“ Ding. Teenage Feelings also. Immer noch wahnsinnig guter Song.

Der erste Protest-Song, den ich kannte

Das wird dann dementsprechend auch alles auf der American Idiot Platte gewesen sein. Wenn man davon absieht und man bisschen mehr auf die weniger-Mainstream Variante davon blicken möchte, war es für mich damals Anti Flag – I´d Tell You But… Die Band war viel rougher und punkiger und hatte komplexere Texte. Also quasi der helle Wahnsinn für mein 14 Jähriges ich.

Der Song, der mich zum Weinen bringt

Arcade Fire – Milk and Honey (Filmsoundtrack „HER“)

Der Song, den ich gerne selber geschrieben hätte

Bon Iver – Flume. Tobi (unser Bassist) hat mir die Band vor paar Jahren im Auto gezeigt und ich bin seitdem riesen Fan. Ich wünsche es mir nicht so richtig, Songs von anderen Menschen geschrieben zu haben, darüber denke ich eigentlich nie nach. Klar gibt es Songs, die ich irre gut finde, aber sie sind wahrscheinlich genauso geworden, weil sie ein bestimmter Künstler in einer bestimmten Lebenssituation geschrieben hat.

Der Song von euch, auf den du am meisten Stolz bist

What Sucks Is Now Hidden… von unserer neuen Platte „Eat My Soul“. Der Song ist am weitesten von dem weg, was wir bisher gemacht haben. Vor allem das Intro ist nicht der klassische Punkrock Track schlechthin – später ist der Song aber trotzdem noch ziemlich heavy. Ich höre mir nur noch echt selten Songs von uns an. Wenn ich aber doch mal einen anmache um reinzuhören, für was wir hier ganze Zeit arbeiten, dann ist es dieser hier.

Der Song, der mich wütend macht

Empty Heads – Stick To Your Guns. Eine der ganz wenigen Bands aus dieser modernen Hardcore/Metalcore Szene, die ich authentisch und gut finde, was vielleicht daran liegt, dass sie mehr Inhalte innehaben, als der Durchschnitts-Metalcore-Dulli.

Hochpolitische Band, die genau die richtigen Themen anspricht: Antifaschismus, Umweltschutz, Selbstreflektion.

Der Song, den ich am liebsten live spiele

Das wechselt ständig. Gerade ist es der Titeltrack „Eat My Soul“. Ist aber fast jede zweite Show ein anderer, das hängt aber auch viel davon ab wie die Atmosphäre ist, wie viel Besucher da sind, wie groß die Bühne ist usw.

Der Song, der mich aufbaut, wenn ich down bin

Long Gone – Apologies, I Have None. Weniger ein Gute-Laune- Party Song, viel mehr ein tragisch-dramatisches Versprechen. Der Song hat mich von Sekunde eins komplett gekickt, als ich ihn das erste Mal gehört habe.

Der Song, der auf meiner Beerdigung laufen soll

Das würde ich nicht entscheiden wollen. Ich denke die Menschen, die auf die Beerdigung kommen, sollen selbst entscheiden, was für Musik sie dort gerne hören wollen und was für sie wichtig ist.

Shoreline Live:

18.09.2019 Oberhausen – Druckluft

19.09.2019 Aachen – Wild Rover

20.09.2019 Darmstadt – Oetinger Villa

21.09.2019 Zwiesel – Jugendcafe

22.09.2019 Prague – Café Na Pul Cesty

24.09.2019 Würzburg – Cairo

25.09.2019 Jena – Rosenkeller

26.09.2019 Berlin – Schokoladen

27.09.2019 Braunschweig – B58

28.09.2019 Karlsruhe – P8

05.10.2019 Hamburg – Astra Stube

12.10.2019 Münster – Sputnik Cafe