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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Auch ZurQuelle kann Liebe. Deswegen starten wir einen Fortsetzungsroman, an dem ihr euch das Herz ausbeißen werdet. Rührend, liebevolle Schundliteratur. Viel Spaß.

Eigentlich war Evita frohgemut aufgewacht. Sie glaubte zwar nicht an Aber, aber achtete stets darauf, mit dem richtigen Bein aufzustehen. Das war ihr gelungen. Evitas Tag musste gut werden, dachte sie. Beim zweiten Morgenkaffee nahm sie sich vor, heute wirklich einmal mit den anderen Kollegen Mittag zu machen. Den Plan hatte sie schon länger, nur ausgeführt hatte sie ihn noch nie. Die gesamte Belegschaft ging nämlich jeden Tag um Punkt 11.30 Uhr zum Chinesen. Heiko, Evitas Chef, pflegte »Chinapse« zu sagen. Dafür erntete er jedes Mal ein bisschen zu anerkennendes Gelächter, was ihn in der Auffassung bestätigte, dass sein Witz ein guter sei. Gute Witze gehören widerholt – das wusste Heiko und so entspann sich ein ewiger Kreislauf aus »Jemma heute schön zum Chinapsen, wat?!«, lautem Gelächter und dem Gang ins Asia-Restaurant.

Doch schon kurz nach dem Betreten der Büroräume der Ludwigs-Langusten-Labor GmbH senkte sich der dunkle Schleier des Missmuts über Evitas Laune. Holger-Peter hatte den Kaffee ausgetrunken. Die LLL GmbH war in Gleitzeit organisiert. Holger-Peter, der sich auch Baxxter nennen ließ, kam stets als einer der ersten. Noch nie war Evita vor ihm im Büro gewesen. Evita kam allerdings auch stets als Letzte und meistens zu spät. Dafür ging sie sehr früh. Und nun war der Kaffee alle. Sie hatte zwar Zuhause bereits zwei getrunken, doch kam ihr Magen-Darm-Trakt erst dann in Schwung, wenn sie drei große Pott Kaffee getrunken hatte. Sie würde heute also wahrscheinlich mit Bauchgrummeln und heimlichen Püpsen im Pausenraum leben müssen.

Immerhin: Nun war es halb elf und sie hatte den ganzen Tag schon nicht an Pietro – oder Pablo denken müssen. Das fiel ihr nun auf. Ihre schlechte Laune wich einer bleiernen Trauer, die sich mit einer heißblütigen Wollust abwechselte. Wie gerne hätte Evita jetzt Pablos schwachen Arme um ihre Taille gespürt, wie gerne würde sie ihre Beine nun um den hageren Körper des ungewaschenen Öko-Terroristen schlingen.

Unruhig rutschte sie auf ihrem Stuhl hin und her. Kaum konnte sie sich auf die Arbeit konzentrieren. Ihr Langusten-roter Bildschirm, auf dem sie eigentlich einen neuen Tagesplan für Ludwig, die Languste entwerfen sollte, flackerte inhaltslos vor ihren geilen Augen. In ihrem Kopf entspannen sich Geschichten, die selbst für Schundromane zu schlüpfrig waren, ihr wurde heißer und heißer. Voller Erregung biss sie sich auf die Lippen, als in ihrem Tagtraum gerade ein oberkörperfreier Pablo das Gitter zu einem Rattenkäfig öffnete und sich die Tiere auf den erdbefleckten Körper legte. Sie war kurz davor, vor Geilheit zu schreien, in ihrem Unterkörper entfaltete sich eine immer drängendere Dynamik, die bald hätte platzen müssen, als Heiko ihr auf die Schulter tippte.

»Na, Evity, wat jeht?«, fragte Heiko. Er hatte Evita einmal angestellt, weil er, wie er manchmal seiner Freundin erzählte, fand, dass sie »ordentliche Hupen und nen geilen Arsch« besaß, auch wenn »dat Jesischt nicht« sein »Ding ist«. Doch nun, mit sexroten Wangen, kleinen Schweißperlen auf der Stirn und dem willigen Blick, konnte Heiko auch mit dem Gesicht etwas anfangen. Er beschloss, seine Machtposition auszunutzen und Evita mal so richtig schön zu verführen.

»Komm Kleines, genug Ludwig heute, wir gehen jetzt schön essen. Worauf haste Lust? Vielleicht zum Chinapsen?«

Teil 1 der Online-Novela kannst du hier nachlesen.

Außer dem Sandsturm der Liebe, gab es vergangene Woche folgende Themen

Wir haben 10 Dinge vorgeschlagen, die eine Frau mal im Bett gemacht haben sollte.

Im Kino waren wir auch und haben uns den Superhelden vom Kotti namens „Lux“ angesehen.

Unser Herz ging an den Verstand.