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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Bei der Wahl zwischen Profitinteressen und Fortbestand menschlicher Existenz sollte die Entscheidung eigentlich einfach sein. Ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand, Ökologie und stabile Aktienkurse.

Wieder mal haben sich linke Aktivisten aus naivem Gutmenschentum auf die falsche Seite der Geschichte geschlagen – denn der Hambacher Forst, der von tausenden Wahnsinnigen verteidigt wird, gefährdet das organische Wachstum des RWE-Waldes. Darauf wiesen die Naturschützer des Ökoverbandes RWE dankenswerter Weise hin. Die Nicht-Rodung wäre ein Verbrechen und ein Verrat an der Jugend, denn schließlich stellt die wüstenartige RWE-Landschaft den perfekten Raum für unbeschwerte Kindheitserfahrungen bereit. Ein bisschen wie das Tempelhofer Feld, nur mit mehr Geröll und Maschinengestank. Aber alle wissen: Kinder lieben Abenteuer! Es steht also viel auf dem Spiel.

Doch es gibt Hoffnung. So schreibt Maximilian Völkl auf deraktionaer.de: »Die Aktie bleibt attraktiv. Gewinne laufen lassen!« RWE konzentriere sich schließlich sowieso auf sogenannte erneuerbare Energien. Dass hier ein Propagandabegriff aufgegriffen wird, sei verziehen. Die Zahlen sprechen jedoch für sich: Im Jahr 2017 betrug der Anteil an »erneuerbaren Energien« bei RWE satte 6%, womit der Ökoverein knapp hinter dem Global-Environment-Player Vattenfall landete (25% Erneuerbare). Nur schlappe 37% des Stroms bei RWE wurden durch Braunkohle gewonnen, 27% durch Gas und jeweils 15% durch Kernenergie und Steinkohle (2% Sonstiges, vermutlich selbstgerechte Aktionärsfürze). RWE ist somit eindeutig ein Vorreiter der Energiewende. Nachhaltiger ist nur das Verbrennen von Autoreifen oder das Füttern von Möwen mit Plastikstrohhalmen.

Und RWE weiß: Braunkohle ist Menschenrecht. Einen Ausstieg aus der Kohle bis 2038 hält man für »nicht akzeptabel«. Denn erst, wenn der letzte RWE-Wald gerodet ist, der letzte Kohlebagger stillsteht und der letzte Ökofutzi weggetragen wurde, werdet ihr merken, dass der Grill mit Kohle am besten funktioniert.

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Felix war es am Mittwoch ganz lyrisch ums Herz. Er dichtete zum Poetry Slam.

In der letzten Sneak: »Styx«.

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