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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Seit Sharknado sind sie überall: Fliegende, riesige oder mutierte Haie. Das Angebot ist vielfältig. Sharkenstein arbeitet mit dem klassischen Mad-Scientist und ist dabei sterbenslangweilig. Ein Abgesang auf den modernen Haifilm-Trash.

Worum geht’s

Nazis klauen Gehirne. Wie im echten Leben, so auch in diesem Film. Die haben nämlich während des zweiten Weltkriegs versucht, Haie zu Waffen umzufunktionieren. Was die Gehirne damit zu tun haben? Schwer zu sagen. Eins von beiden ist irgendwie von Frankenstein. Das andere von Hitler oder so. 60 Jahre später taucht plötzlich ein besonders seltsamer Hai auf, der die Einwohner einer Kleinstadt am Meer fressen will. Natürlich kann er auch Menschen an Land töten. So löst man schließlich seit 2016 die alte Haifilmproblematik: “Warum gehen die noch immer ins Wasser, wenn sie doch Wissen, dass da ein Hai drin ist?” Und ja – selbstverständlich wird der Hai von einem verrückten Naziwissenschaftler gesteuert.

Anwärter für den Olymp des Trash?

Die Animationen vom Hai sind selbst im Vergleich zu anderen trashigen Tierhorrorfilmen geradezu absurd schlecht. Die Größenverhältnisse ergeben keinen Sinn – vermutlich  waren alle CGI-Beauftragten ständig besoffen. Einer der Protagonisten ist bestimmt weit über 40, trägt seine Mütze aber so, als wäre er 14. Die hat auch noch das Logo von irgendeinem Videospiel drauf. Dafür trägt er das Hemd und die Hose eines 60-Jährigen. Viele Szenen haben eine gewisse Softporno-Ästhetik. Gebumst wird aber nicht. Nach 40 Minuten wird der Kampf mit zufallenden Augenliedern immer größer.

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Vermutlich gab es irgendwann mal einen witzigen Satz. Der Naziwissenschaftler redet viel wirres Zeug. Aber naja, so witzig war das alles dann irgendwie doch nicht.

Politisch fragwürdigste Szene

Werden die Nazis verniedlicht, wenn man einen verrückten Fasho-Wissenschaflter inszeniert, der seit ‘42 Haiexperimente durchführt? Vielleicht gab es zum Schluss auch noch andere Fragwürdigkeiten. Da der Rezensent irgendwann ins Reich der Träume abglitt, sind nur begrenzte angaben möglich.

Ist das Trash oder kann das Weg!?

Seit Asylum und der Sharknado-Reihe, wird das ganze Hai-Genre abgegrast bis in den letzten Winkel. Sharkenstein ist dabei ein gutes Beispiel für ein häufiges Problem: Der Titel ist zwar lustig, der Film schläfert aber mehr ein, als ein Abend “Wer wird Millionär”-Gucken mit den Großeltern. Vielleicht liegt das einfach daran, dass sich der ganze Gag in einem Satz zusammenfassen lässt: Frankenstein + Hai und so. Höhö. Ähnlich ist es bei den meisten anderen Filmen dieser Gattung: Ein Hai kommt aus dem Sand, ein Geisterhai sucht die Menschen heim, ein Dünnschisshai ertränkt seine Opfer in Exkrementen (ok, bei letzterem laufen vermutlich noch die Dreharbeiten). Haifilme sind mittlerweile so witzig und originell, wie Leute die »1« oder »I bims« schreiben.

Du kriegst trotz allem nicht genug von Haifilm-Trash? Dann schau mal hier.

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