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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Wieso die Amerikanerinnen im Falle einer Zombieapokalypse einen großen Vorteil haben und was wir auf dieser Seite des Atlantiks tun können, um die Überlebenschancen auszugleichen.

Die USA sind Meisterinnen der Kriegsführung, das wissen wir alle. Zumindest wenn es darum geht, geostrategische Vorteile im Namen der Demokratie und Freiheit zu sichern. Nicht alle jedoch wissen von der apokalyptischen Suppe, die in geheimem Laboren und nassen Gräbern unbemerkt vor sich hinköchelt. Doch die USA haben davon Wind bekommen und kurzerhand einen Plan entwickelt, der die Menschheit im Falle einer Zombieapokalypse vor dem Tod durch Verspeisung bewahren soll. Und wer anders als der Leuchtturm der Demokratie und Freiheit, als die größte Militärmacht der Erde, sollte diese Aufgabe übernehmen?

Und diese nehmen die USA sehr ernst und erstellten 2011 den CONPLAN 8888 (auch Counter-Zombie-Dominance genannt). Er soll das Überleben der Menschheit im Falle des Seuchenzuges wütender Leichenhorden sichern und als Hilfestellung für Soldatinnen dienen, die sich im absoluten Chaos untoter Grausamkeit wiederfinden.

Die Behauptung, der Plan diene eigentlich als Vorbereitung für einen Konfliktfall mit anderen Staaten, ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Nichtdestoweniger geht es aber um das große Ganze, um unser Überleben.

Die US-Regierung setzt alles daran, auf den möglichen Ernstfall vorbereitet zu sein. Dies umfasst die Errichtung eines Bunkers in der Wüste Nevadas, das Horten von Dosenfutter sowie das ausgiebige Training im Umgang mit Feuerwaffen größeren Kalibers.

Aber was gilt es tatsächlich zu beachten, wenn unsere Mitmenschen plötzlich lauthals nach „Braaaains!” gierend durch die Straßen schlurfen? Mithilfe des Strategiepapiers haben die Amerikanerinnen zwar vor allem die vom Militär zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt. Doch auch die Bürgerin von nebenan braucht eine gute Guideline, um sich erfolgreich in einer Zombieapokalypse zurechtzufinden. Hier einige Tipps, die zum Überleben wenigstens der ersten wenigen Tage beitragen könnten:

  1. Korrekte Identifizierung eines Zombies:

Grundregel: Schieß nicht gleich auf alles, was sich bewegt – seien wir doch ehrlich: Wenn Du überlebt hast, gibt es sicher auch andere, denen dies gelungen ist und du alte Akademikerbeule bist sicherlich nicht die Survivalkünstlerin vorm Herrn.

Deshalb: Überprüfe dein Gegenüber genau. Schlurfender, lustlos anmutender Gang und leerer Gesichtsausdruck gleich Zombie? Wrong! Das könnte genauso gut deine 80-jährige Nachbarin oder die pausenlos zugedröhnte Hippie-Mitbewohnerin sein. Sollte die ungepflegte, auf dich zuwankende Gestalt jedoch ihre Arme nach dir ausstrecken und zudem gierig die Zähne fletschen, dann schieß! Sofern du eine Waffe dabei hast, immerhin bist du nicht in den USA.

  1. Umgang mit einem Zombie:

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Zombie ins Jenseits zu befördern – sollte es so etwas für sie überhaupt geben, denn immerhin hast du es hier mit gottverdammten lebendigen Toten zu tun. Beide Optionen zielen auf das Gleiche ab: den Kopf. Entweder mit der Knarre oder mit dem gefundenen Werkzeug, wozu in jedem Fall auch alte Nagelbretter zählen. Die sorgen aber für die größere Sauerei und sind schwer. Schusswaffen hingegen sind komfortabel und bei ausreichendem Abstand verhältnismäßig sauber. All hail the second amendment!

  1. Zufluchtsort:

Wähle deinen Zufluchtsort sorgfältig aus. Eine schlechte Wahl stellen Gebäude mit zu vielen Fenstern und Türen dar. Dennoch sollte dein Refugium mehr als nur einen Ausgang besitzen, schließlich könntest du unter Umständen fliehen wollen. Und zwar in die entgegengesetzte Richtung der heranwankenden Gehirnschlürferinnen.

Der Geheimtipp sind hier Baumärkte. Diese bieten viel Platz, gut gesicherte Eingänge, Unmengen an Saatgut für den Nahrungsanbau und das Wichtigste: Waffen (der mühsameren Art).

Wofür auch immer du dich entscheiden magst: Fenster und Türen solltest du geschlossen halten. Lüften kannst du erst dann, wenn die Toten wieder so richtig tot sind. Eine Sache, der du dir in diesen Zeiten niemals wirklich sicher sein kannst. Ein Dilemma.

  1. Verhalten nach einem Zombiebiss:

Sollte der Zombie nur deinen Arm angefressen haben, dann hast du Glück gehabt: Einfach abbinden und Knochensäge ansetzen. 1, 2, 3 und Saw!

Hattest du weniger Glück und erwischte die Tote eine überlebensnotwendige Stelle deines Körpers, dann sei so gut und überlasse es nicht deinen Freundinnen, mit dir fertig zu werden. Denn das war ihnen schon zu viel, als du noch nicht untot warst.

Im Ernstfall seid ihr natürlich auf euch allein gestellt. Aber betrachtet unsere wenigen Ratschläge einfach als einen kleinen Beitrag für die Planung eures individuellen Überlebenskampfes während der nächsten Zombie-Apokalypse.

Letztlich könnte diese auch etwas Gutes haben: In einer von gehirnfressenden Zombies bevölkerten Welt hielten wir Menschen vielleicht endlich zusammen. Obama und Putin würden liebevoll miteinander kuschelnd gemeinsam ihre Armeen gegen die Bedrohung ins Feld ziehen lassen. Die Israelinnen und Palästinenserinnen würden den Terror und die Unterdrückung vergessen, um Seite an Seite ihre MGs zu schultern. Die Zombies als Stifterinnen des Weltfriedens …

 

… also, ihr vergammelnden Zombiehorden: Bring it on!

Daniel Bosch

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