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von und für Zaubernde

Das Projekt GlobalMatch schafft Tandempaare aus jungen Menschen aus der ganzen Welt. Es geht um Entwicklungszusammenarbeit und Chancengleichheit. Der Clou ist, dass sich Leute zusammenfinden, die eine Passion teilen.

Vierzehn Paare wurden schon gematched. Nach rechts geswiped, um es in Tinder-Terms auszudrücken. Allerdings geht es bei GlobalMatch weniger um oberflächliche Kopulationsgelegenheiten, als vielmehr um gleiche Chancen für junge Leute überall auf der Welt. Zwei Menschen mit den gleichen Interessen, die in verschiedenen Regionen der Erde leben, gründen ein Tandempaar und arbeiten transnational an einem gemeinsamen Projekt.

Mit vierzehn Jahren war Gründerin Katharina Jung das erste Mal in Südafrika. Dort erfuhr sie, dass Menschen im globalen Süden häufig nicht als gleichwertige Partner angesehen werden und dass die Verhältnisse teilweise noch anmuten wie zu Zeiten des Kolonialismus. Seitdem beschäftigt sich Katharina mit Entwicklungszusammenarbeit.

Als sie siebzehn war, reiste sie dann für drei Monate nach Uganda und lernte dort den Waisen Odongo kennen. Dieser inspirierte sie, sich noch eingehender mit der Thematik auseinanderzusetzen. Hatte sich Katharina vorher nur theoretisch mit den Ungerechtigkeiten zwischen dem globalen Norden und Süden auseinadnergesetzt, wollte sie nun aktiv werden.

Katharina und Odongo wurden dicke Freunde und haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit einem internationalen Team die Nord-Süd Zusammenarbeit auf Augenhöhe voranzutreiben.

Leidenschaft trifft gegenseitige Unterstützung

Auch Simon aus Deutschland und Frederick aus Uganda haben sich über GlobalMatch gefunden. Beide schreiben Gedichte und unterstützen sich über die Plattform in ihren kreativen Prozessen, tauschen geschriebene Werke aus und spornen gegenseitig sich an. Neben kulturellen Paaren gibt es auch Medizin- oder Computertandems, in denen gemeinsame Forschungsprojekte aufgezogen, verschiedene Methoden besprochen und kooperative Arbeiten publiziert werden.

Mehr Poesie? Hier entlang bitte.

Das langfristige Ziel von GlobalMatch ist es, das koloniale Nord-Süd Verhältnis abzuschaffen. Die Zusammenarbeit soll als Weg dorthin dienen. Menschen teilen Leidenschaften, freunden sich an, bekommen selbst die Möglichkeit, ihre eigene Persönlichkeit und Interessen weiter zu entfalten und, vielleicht am wichtigsten, erhalten Einblicke in einen anderen kulturellen Kontext.

Bevor eine Tandempartnerschaft geschlossen wird, müssen sich die Teilnehmer erst qualifizieren. Es geht GlobalMatch vor allem um Qualität. Sonst könnte jeder kommen. Die potenziellen Tandempartner werden zunächst also ausführlich interviewt.

Danach kommt die Kennenlernphase. Die kann mehrere Monate dauern, so dass sichergestellt wird, dass die Partner wirklich zueinander passen. Schritt für Schritt nimmt das gemeinsame Projekt Form an. In Form von Online-Vorlesungen wird über kulturelle Kommunikation, den globalen Norden und Süden, Rassismus und Projektmanagement aufgeklärt. Hier können alle Tandempaare von überall auf der Welt teilnehmen und sich die Informationen herausfiltern, die für sie am relevantesten sind.

Eines Tages werden also auf der ganzen Welt Tandempartnerschaften entstanden sein. Diese forschen gemeinsam oder schaffen Kulturgüter. Und wenn jeder mit jemandem befreundet ist, der aus einem komplett anderen kulturellen Kontext stammt, wird es nur noch ein kleiner Schritt sein, bis die globale Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattfindet. Denn Freunde möchte man nicht mehr ausbeuten.

 

Wenn Ihr jetzt Lust habt, mitzumachen und auch einen Tandempartner zu finden, meldet euch doch über das Onlineformular an.

Hier gibt es weitere Informationen über das Projekt!

 

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