Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

In seiner Frühphase (2004-2006) schrieb unser Autor Felix wegweisende Texte. Heute reflektiert er seinen Werdegang und gibt jungen Autoren hilfreiche Tipps. Zückt schon mal die Geldbörsen!

Schon mit fünfzehn habe ich das Schreiben geliebt. Gedichte waren mein Spezialgebiet, weil die immer schnell geschrieben waren. Im Zuge von pubertärem Nihilismus, gepaart mit Selbstzweifeln, entwickelte ich einen bukowskiartigen Habitus und schrieb wirre Abrechnungen mit der Welt. Reimen musste sich das nicht. Damals stellte ich mir vor, wie ich meine Texte an einen Verlag schicken und als literarisches Genie entdeckt werden würde. Fremde, die an meine Tür klopfen und Schnaps mit mir trinken wollen. Ich wäre genervt von ihnen, aber auch begeistert von meiner Großartigkeit.

Heute gibt es für solche Fantasien vom Ruhm echte Verlage. Einer von ihnen heißt »Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte«. Regelmäßig veranstaltet dieser Verein »Gedichtwettbewerbe«. Das Tolle: fast alle Gedichte werden veröffentlicht.  

Aber nein – so kann man das nicht sagen. »Die besten Beiträge« werden aus »tausenden Einsendungen« ausgesucht. Wenn das eigene Gedicht in der illustren Sammlung veröffentlicht wird (»Ausgewählte Werke«), kann man einen Band für schlappe 66€ erstehen und Oma Gesine zum 70. Geburtstag schenken. »Aus deinem Enkel ist was geworden, schau doch mal!«, kannst du dann sagen.

Als mir die Werbung für den aktuellen Wettbewerb in den sozialen Medien angezeigt wird, bin ich sofort angefixt. Doch die Kommentarspalte zeigt: Die Konkurrenz ist hellwach. Ein aufstrebender Stern am Horizont der Lyrik schreibt:

»Ein alter Mann tut seine Pflicht, er hängt ihn rein, mehr kann er nicht.«

Im Geiste Else Lasker-Schülers kontert eine andere Userin: 

»Der Wind bläst

Die Freundin nicht

Frühlingsgedicht,..«

Die größten Poeten der Neuzeit berichten mit Stolz, dass sie bisher bei jedem Wettbewerb abgedruckt wurden. Deutschland: Das Land der Dichter und Denker.

Wer – trotz der harten Konkurrenz – beim aktuellen Wettbewerb zum Thema »Glück« mitmachen möchte, kann sein »ausgewähltes Werk« bis zum 30.04.2019 einsenden. Für 99€ erhaltet ihr ein »erweitertes Gutachten« zu eurem Text. Alternativ könnt ihr auch beim »ZurQuelle Magazin Wettbewerb für moderne Lyrik« mitmachen: Schickt bis morgen früh ein Gedicht mit maximal 20 Zeilen und mindestens fünf Schimpfwörtern an redaktion@zqzaubert.de und bekommt die aktuelle Ausgabe zum Preis von 5€, statt für sonst 5€.

 

Du hast Lust auf mehr vom ZurQuelle-Magazin? Dann schau hier!

Entschuldigen Sie bitte, dürften wir Ihnen die Rezension zu Ein Gauner & Gentleman ans Herz legen? Danken Sie vielmals.

Pop-Punk lebt – und wie! Lest unser hier unser Interview mit der Band Storyteller“

Bestellt euch hier die wunderschöne Printausgabe. Oder holt euch gleich ein Abo. Unterstützt uns bei Steady. Und kommt doch einfach mal vorbei. 

Du hast Lust auf mehr vom ZurQuelle Magazin? Wir freuen uns auf dich bei FacebookTwitter und Instagram.