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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Alarmanlagen sind etwas für Langweilerinnen. Wer Überfälle wirklich fürchtet, rüstet das eigene Heim mit einem Panic Room aus.

So etwas kennen wir spätestens seit dem gleichnamigen Film von David Fincher. Bei Bedrohung durch Einbrecherinnen dient dieses kleine Kämmerchen als Rückzugsort für die Anwesenden. Wer es sich leisten kann, lässt sich daheim einen etwa 10 Quadratmeter großen Bereich mit Telefonanlage, verstärkten Wänden und einer gepanzerten Tür einrichten, die bis zu einer halben Tonne TNT standhält – wovon der Rest des Hauses nur träumen kann. Die Luxusvariante des Panikraums ist zudem mit Lebensmittelkonserven und Wasserkanistern ausgestattet und verfügt über eine Toilette, separate Belüftung, Kameraüberwachung, Waffen zur Selbstverteidigung sowie Notbeleuchtung. Der Eingang versteckt sich entweder hinter einem schicken Bücherregal oder sieht wie eine ganz normale Zimmertür aus. Wer sich einen Panic Room leistet, hat meistens Geld, Einfluss oder beides. Denn bei knapp 20.000 Euro ist das Klientel für solch eine Spielerei eher spärlich gesät. Der englische Boyband-Sänger Louis Tomlinson ließ sich wohl 2013 einen Panikraum installieren – und das, obwohl mit seinem Namen bloß Teenies etwas anfangen können, die halbtönnigen Explosionen in der Regel weniger zugeneigt sind. Auch Madonna, Paul McCartney und Christian Wulff sollen einen besitzen. Es scheint fast so, als sei dieses Accessoire ein absolutes Must-Have für die Reichen und Mächtigen. Für 350.000 bis 1.000.000 Euro erhält man gar einen Panikraum, in dem sich fünf Leute für bis zu zwei Wochen aufhalten können. Der Durchschnittsbürgerin bleibt leider nur, sich ihre Tricks bei Home Alone abzuschauen. Und ob das spannender ist, als in einem Panic-Room auszuharren, muss jede für sich entscheiden.

Isabel Glitschka

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