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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Auch ZurQuelle kann Liebe. Deswegen dieser Fortsetzungsroman, an dem ihr euch das Herz ausbeißen werdet. Rührend, liebevolle Schundliteratur. Viel Spaß.

Was bisher geschah…

Weil Pietro sie verlassen hat, ist Evita am Boden zerstört. Am Imbiss lernt sie Pablo Picante kennen und neue Liebeshoffnung entflammt ihr schmerzendes Herz. Wäre da nicht ihr widerlicher Chef Heiko, der sie ständig anbaggert und der ganze Stress auf der Arbeit. Nun weiter mit Teil 3.

Es ist still um Evita geworden in den letzten Wochen. Sehr zu ihrem Bedauern lag das nicht daran, dass sie vor lauter wildem Sex (egal ob jetzt mit Pietro oder Pablo) nicht das Haus verlassen konnte. Nein, Evita hatte sich beim Mittagessen mit ihren Kollegen von der Ludwigs-Langusten-Labor GmbH gehörig den Magen verdorben.

Das magentötende Mittagessen

Der Chinapse, wie das asiatische Restaurant von ihrem Chef Heiko innovativ getauft wurde und das außer ihm niemand wirklich mochte, wurde ihr zum Verhängnis. Das Angebot dort war nur mäßig, dafür aber sehr fettig. Evita war vor lauter Herzschmerz und Verlangen nach Pablo und Pietro so durcheinander, dass sie nicht darauf achtete, was sie aß. Vor allem fiel ihr nicht auf, dass das frittierte Hühnchen schmeckte als sei es schon viermal wieder aufgewärmt worden und einen faulig-modrigen Beigeschmack hatte. Oder dass sich zwischen der Teigkruste und dem Brokkoli ein grünlicher Schimmelpilz breit gemacht hatte.

Das große Blubbern

Evitas Kollegen waren durch den täglichen Konsum immun gegen das frittierte Gammelessen, aber Evitas Körper war diesen Anforderungen noch nicht gewachsen. Drei Teller später kam es, wie es kommen musste. Evitas Bauch fing an zu brummeln, blubbern und brodeln, was das Zeug hielt. Gerade so schaffte sie es noch, sich auf die Toilette des Restaurants zu retten, bevor sich ihr Magendarmtrakt in einer knallfroschartigen Explosion in die Kloschüssel entleerte. Der Nachhauseweg war nur noch eine verschwommene Erinnerung. Ihr Chef Heiko, der ihr Schnäpse aufdrängte. Evitas fest zusammengekniffener Popo, rumpelndes Magengrummeln. Die Fahrt nach Hause im Auto ihres mitleidvollen Kollegen, an dem sie sich so doll festhielt, dass es schien, sie könne ihren Po dadurch noch fester zusammendrücken.

And it goes on and on and on

Die nächsten Wochen verbrachte sie in stetigem Wechsel zwischen Bett und Bad. Das leidvolle Stöhnen, das sie dabei verlauten ließ, ähnelte einem brünstigen Hirsch und unterschied sich sehr von ihrem lustvollen Stöhnen. Das äußerte sich nämlich eher in Form von einem gurgelnden Singsang, der, wenn es richtig gut lief, in hohe, spitze Schreie ausartete. Evita hatte nie viel Essen im Haus, und wenn, dann nur Abgelaufenes. Die meiste Zeit aß sie nämlich eh das mitgebrachte Essen aus den Tupperdosen ihrer Kollegen und futterte sich so von Tag zu Tag. Ihre Magen-Darm-Krise überlebte sie lediglich, weil ihre Nachbarin Susi, eine einsame Catlady, ihr etwas von ihrem Tütennudelsuppenvorrat unter der Tür hindurchschob. Gespräche zwischen Susi und Evita verliefen meist so:

Susi: »Evita, möchtest du heute lieber Chicken-Geschmack oder Thai Prawn? Chicken ist einmal stöhnen, Thai Prawn zweimal!«

Evita:  *stöhnt zweimal*

Evita – wie Phönix aus der Asche

Als Evita eines Morgens nicht mehr auf der vollgesabberten Badezimmermatte vom Rumoren ihres Magens geweckt wurde, wusste sie: Sie war wieder gesund! Nun wollte sie das Leben erst Recht mit allen Sinnen erfahren. Vor allem wollte sie endlich wieder die Glut der Leidenschaft spüren. Diese besondere Verbindung zwischen einem stattlichen Mann und einer außergewöhnlich schönen Frau. Allein die lustvollen Fantasien mit Pablo haben sie ihre Lebensmittelvergiftung durchstehen lassen, ohne wahnsinnig zu werden.

Pablo, schöner Pablo

Dass Pablo nicht stattlich und sie nicht außergewöhnlich schön war, tat Evitas Fantasien keinen Abbruch. Allein der Gedanke an Pablos schmale Arme und seine Hanflatschen beschleunigten ihren Herzschlag. Sie musste etwas tun, musste ihn wiedersehen! Doch wie? Am besten ging sie erstmal wieder arbeiten, denn während ihrer Arbeitszeit kamen ihr meistens die besten Idee. Dass diese Ideen rein gar nichts mit ihrer Arbeit zu tun hatten und sie den ganzen Tag nichts anderes tat, als im Internet rumzuhängen, fand Evita überhaupt nicht verwerflich. Schließlich hatte sie Ideen! »Thoughts become Things« hat sie mal an einer Hauswand gelesen. Schön klang das, obwohl sie kein Englisch versteht. Dafür spricht sie fließend Französisch und Elbisch – ihre beste Freundin in der Grundschule war eine Cosplayerin aus Paris.

Und auch sie hatte das ein oder andere LARP mitgemacht. Dass viele Leute nicht wussten, was ein LARP ist, amüsierte sie. Schließlich hatte Evita mit ihrer Freundin aus Paris die schönsten Stunden erleben dürfen. Nur sie beide, gekleidet in traditioneller hochgebirgselbischer Festtagskleidung, waren sie durch den Wald gestreift. Immer auf der Hut hatten sie versucht keinen Laut zu viel zu machen, weil sie wussten, dass auch finstere Orcs in der Gegend aktiv waren.

Doch diese Stunden, die ihr einst so schön vorkamen, wurden in ihrer Schönheit nun überstrahlt von den Stunden, in denen sie mit Pablo zusammen war. Zumindest in ihrem Innern gab es nichts Schöneres mehr.

Alles wird anders!

An ihrem ersten Arbeitstag zurück in der Ludwigs-Langusten-Labor GmbH sprachen viele ihrer Kollegen ihr ihre Anteilnahme aus. Ein paar hatte zu ihren Chinapsen-Anfangszeiten das gleiche Schicksal ereilt wie Evita, aber niemals so langwierig. Sie wusste gar nicht, wie ihr geschah. Noch nie hatte sie so viel Kontakt zu ihren Kollegen! Evita wurde offiziell zur Büro-Kotz-Königin gekürt. Ein Gutes hatte ihre Asia-Odysee also doch. Nach der Arbeit ging Evita in eine Boutique, entschlossen, sich ein Outfit zu kaufen, das über ihrem Budget liegt. Kurz darauf war sie dann stolze Besitzerin eines roten Kleides, das sowohl ihre Brüste ordentlich pushte als auch ihren wohlgeformten Hintern bestens kleidete. Nun war sie bereit für ein Wiedersehen mit Pablo!

To be continued …

Außer Evita gab es in der letzten Woche folgende Themen…

Das letzte Herz ging an den sympathischen Jens Spahn.

Patrick war im B-Movie in Hamburg und hat sich japanische Trashfilme angeguckt.

Unsere Autorin Vanessa hat die neue Show von Klaas (»Late Night Berlin«) besprochen.

In der Sneak gabsch dasch Filmschn ausch Frankreisch: Die Scht’is in Paris

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