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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Heute Jan Russezki mit bei näherer betrachtung.

Es ist wieder Sonntag und keine Lust auf Tatort.

Aber kein Grund zur Langeweile. Wir poetisieren eure Sonntage! Hier findet ihr deshalb jeden Sonntag hübsche Poesie statt mittelmäßigem Tatort. Kein Til Schweiger, es sei denn, ihr könnt mit Poesie nichts anfangen. Dann aber solltet ihr auch Til Schweiger feiern.

Wenn euch also am Sonntagabend langweilig sein sollte oder euch einfach nach tiefgreifender kultureller Bereicherung ist, dann stattet uns einen Besuch ab: Schöner wird es kaum!
Heute gibt es ein Gedicht zum Frühlingsbeginn über den Winter und Sommer und alles. Von Jan Russezki. (Hurra!)

bei näherer betrachtung

haltet die straßen leer
sagten sie
als der himmel sich spannte
um aus regenfalten zu schneien

dort stehe ich nun
mit nackten füßen
den sommer aufzulesen

wie soll die erde sich drehen
wenn das schmelzen in meinen händen
das wandern der jahreszeiten bedeutet?

ich habe solange geschwiegen
dass ich mich fürchte
vor meinem schlechten atem
und ihrer empörungsroutine
bei näherer betrachtung haben sie angst
vor den schönen dingen

da stehe ich nun
mit nackten füßen
den sommer in meinen händen

 

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Jan Russezki

wurde geboren, irgendwann 1990 in Kasachstan. Aber eigentlich lebt er in Berlin. Naja, gerade in Weimar, wo er Medienwissenschaft liest und Lyrik, Prosa und journalistisch schreibt oder bastelt. Das veröffentlicht er dann und manche finden das sogar gut. Zum Beispiel die vom Poet Bewegt, der Frankfurter Bibliothek oder so Zeitungen. Vielleicht auch nicht. Er hat auf jeden Fall Lust mal mit dir einen Poesiefilm zu machen oder seine Gedichte illustrieren zu lassen.

Und wenn ihr mehr Poesie statt Tatort wünscht, schaut allwöchentlich bei uns vorbei. Oder schaut ins Archiv – da findet ihr unsere Poesiesammlung. Alles sehr hübsch und bunt und deep. Gönnt euch gerne.