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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Bill Gates ist auch 2015 wieder der reichste Mann der Welt. Wie es dazu kam? Mit dreizehn schrieb er auf dem Schulcomputer ein Tic-Tac-Toe-Spiel, dann hackte er dessen Betriebssystem. Damit fiel er auf – und wurde prompt engagiert, um im Programm nach Fehlern zu suchen. Dann programmierte er ein System für seine Schule, das Schülerinnen bestimmten Klassen zuordnete. Der Schlingel baute natürlich einen Kniff ein, sodass seiner Klasse besonders viele schöne Mädchen zugewiesen wurden.

1974 löste Gates – zu dieser Zeit Harvard-Ersti – das Pfannkuchen-Sortierproblem. Die Aufgabe dabei ist, einen Stapel Pfannkuchen effizient nach Größe zu sortieren, damit er am Ende mit dem größten Pfannkuchen ganz unten und dem kleinsten ganz oben serviert werden kann. Bills Lösung kam so unerwartet wie sie brillant war, und für dreißig Jahre blieb sie unbestritten. Trotzdem beschloss der damals 19-Jährige nach nur einem Jahr, sein Studium abzubrechen und ein Startup zu gründen. Die Firmengeschichte von Microsoft liest sich wie ein geschicktes Risikospiel mit einigen Bluffs, viel Expertise und konsequenter Unternehmensführung. Viele von uns werden sich noch daran erinnern, wie der PC als Viereckige-Augen-Verursacher und Auslöser von Amokläufen angesehen wurde, uns aber stundenlang in seinen Bann zog. Aus der Überzeugung heraus, dass zu viel Geld bloß die eigenen Kinder verderbe, gründete Gates mit seiner Frau die größte private Stiftung der Welt. Selbst Apple-Enthusiastinnen und Entwicklungshilfe-Kritikerinnen können Bill Gates dankbar sein. Dafür, dass er Kinder in Afrika vor Malaria bewahrt, uns damals die digitale Revolution ins Wohnzimmer brachte und dafür, dass wir auch ohne abgeschlossenes Studium Hoffnung haben dürfen.

Rita Jordan