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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Fans des wissenschaftlichen Arbeitens müssen jetzt sehr stark sein. Mit dem 4,0-Award haben wir die schlechtesten Hausarbeiten gesucht. Nun stellen wir sie euch vor. Nun stellen wir sie euch vor. Ab heute präsentieren wir euch unsere Preisträger.

Wir starten heute mit Platz 3.

Der geht an eine Hausarbeit mit grünem Daumen: „Anpassungen der Pflanzen an saisonale Trockenheit“ von Ziwei Cai von der RWTH Aachen University.

Ziwei, der sich selbst “Tsunami” nennt, fasst das Thema in der Hausarbeit folgendermaßen zusammen:

“Die Hausarbeit des Seminars befasst sich mit dem Thema Anpassungen der Pflanzen an die saisonale Trockenheit. Trotz der Klimaextreme und verschiedenen Lebensbedingungen leben in der Erde fast jeden Standort Pflanzen. Jede Pflanzenart muss die Lebensstrategien sich entwickeln, um sich in den verschiedenen Umweltstress zu überleben. Welche Anpassungen von Pflanzen gibt es und was ist die Bedeutung davon?”

Ariana Baborie

Ariana Baborie, Botanikexpertin, möchte dieses hochkomplexe Thema auch dem Laien verständlich machen und fasst die Arbeit zusammen: „Irgendwas mit Pflanzen und Wasser und wenig Wasser“

“Zur Minimierung des Wasserverlusts bzw. Wasserverbrauchs haben die Pflanzen die Strategie entwickelt, indem während saisonale Trockenperioden mit schlechter Wasserverfügbarkeit keine oder weniger Transpirationsfläche ist.”

Baborie ergänzt: “Man muss die Arbeit in dreifach verlangsamter Geschwindigkeit lesen, um den Sinn der Sätze zu begreifen. Die Möglichkeiten der deutschen Grammatik und der Rechtschreibung wurden hier nämlich etwas überreizt – um nicht zu sagen, nicht beachtet.”

Zum Glück sind innere Werte mittlerweile total out. Beim Tindern geht es schließlich auch nur um Looks.

Tonja Dingerdissen

Tonja Dingerdissen stimmt zu: “Die Arbeit hält – wenn man sich in Bezug auf Grammatik und Rechtschreibung auf irgendetwas unter dem SMS-Schreibstil eines zweijährigen Kindes eingestellt hat – Highlights bereit, wie die romantisch-liebevolle Beschreibung von Blattbehaarung und schöne große Bilder!”

“Zusammenfassend kann man entnehmen, dass die oben genannten Anpassungen den Pflanzen hilfen, sich besser in den eingeschränkten Lebensbedingungen anzupassen. Laut der Evolutionstheorie von Darwin „Survival of the fittest“, beschreibt es aber die natürliche Selektion – höhere Überlebenschancen können nur durch bessere Anpassungen verwirklicht werden. Die alle entwickelten Strategie sind die positiven Folgen der Evolution.”

Lukas Diestel

Worst of Chefkoch-Erfinder und Nicht-Naturwissenschaftler Lukas Diestel zieht ein abschließendes Fazit: “Ich bin kein Naturwissenschaftler, aber ein persönliches Blog über Ferienhäuser auf der Kykladeninsel Naxos kommt mir nicht wie eine sonderlich wissenschaftliche Quelle vor. Diese Arbeit ist zu 80% aus dem Internet zusammenkopiert, hat keine wirkliche These und das Fazit ist gleichzeitig auch der Titel: Pflanzen passen sich auf verschiedene Arten und Weisen an widrige Lebensbedingungen an. Ist das dreist? Ja. Ist das schlecht? Auch ja. Lustig? Und ob. Dumm? Wenn man damit durchkommt, auf keinen Fall. Diese Arbeit ist vor allem eins: Ehrlich. Alle im Literaturverzeichnis angegebenen Onlinequellen, und das sind einige, wurden am Tag der Abgabe abgerufen.”

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