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von und für Zaubernde

 Ein grausamer Mord im winterlichen Wyoming. Nathalie, das Mordopfer, lebte im »Wind River Reservation«. Eine FBI Agentin versucht den Fall zu lösen und stößt auf soziale Missstände – geprägt von Armut, Sexismus und Rassismus.

Eine junge Frau rennt barfuß über eine schneebedeckte Fläche. Im Hintergrund ragen Berge in den Himmel, weißes Mondlicht schiebt die Nachtschwärze etwas beiseite. Kurze Zeit später wird die Frau in den verschneiten Bergen gefunden, vergewaltigt und erfroren.

Wind River, Taylor Sheridan, USA 2017

Die Story

Für den Fährtensucher Cory (Jeremy Renner) beginnt der Frühling in Wyoming mit -18 Grad und einer Leiche. Auf der Suche nach einer wildernden Pumafamilie findet er die tote Nathalie. Deren Tod ruft die FBI-Agentin Jane (Elizabeth Olsen) auf den Plan. Nathalie war eine amerikanische Ureinwohnerin. Bei ihren Eltern im Reservat der Arapaho tritt die Agentin aus Florida in jedes Fettnäpfchen. Auch sonst ist sie ziemlich überfordert mit dem Schnee, der Kälte und Wyoming. Schnell wird deutlich, dass die örtliche Polizei und Jane die Mithilfe von Cory bei der Spurensuche in der Wildnis gut gebrauchen können.

Und, wie finden wir das?

Ergreifend. Die Naturaufnahmen sind spektakulär, die Tiere supersüß (vor allem die Pumas) und der Plot interessant. Jeremy Renner nervt irgendwann etwas; als Jack Wolfskin-Model muss er Jane ständig die Wildnis und die Welt erklären.

Regisseur Taylor Sheridan thematisiert das Aufeinandertreffen von Minoritäten und der weißen Mehrheitsgesellschaft in den USA. In seinen Drehbüchern zu Sicario und Come Hell or High Water stehen die an Mexiko grenzenden Bundesstaaten im Fokus. In Wind River das Reservat der Arapaho und das Zusammenleben von Native Americans und weißen Amerikanern. Sheridan will mit dem Film auf sexuelle Gewalt, Rassismus und Sexismus aufmerksam machen. Vermisstenmeldungen werden für Native American-Frauen in den USA nicht registriert.

Überschattet wird die Ermittlung im Film von Corys Erinnerung an seine Tochter Emily. Sie verschwand einige Jahre zuvor unter ungeklärten Umständen und wurde nie gefunden.

Übrigens: Wind River wurde im Spätsommer 2017 in den USA noch von Harvey Weinsteins Produktionsfirma herausgebracht. Nach den Vorwürfen wegen sexuellen Übergriffen gegen Weinstein erwarb die Firma Lionsgate die Rechte. Weinsteins Logo und Name sind nicht mehr im Abspann zu sehen.

Schlechtester Dialog

FBI-Agentin Jane: »Shouldn’t we wait for back-up?«
Polizist: »This isn’t the land of back-up, this is the land of you’re on your own, Jane.«

Reaktionen aus dem Publikum

Der ungewaschene Mann neben mir nickte öfter mal ein. Insgesamt lachte das Publikum an den richtigen Stellen und wirkte ansonsten aufmerksam und interessiert.

Äh, und der Bechdel-Test?

Knapp bestanden. Die Mutter der verstorbenen Nathalie stattet Jane mit Wintersachen aus und sie reden über Schnee. Bei -18 Grad ist das wohl ein naheliegendes Gesprächsthema. Insgesamt zeigt der Film aber eine Welt aus harten Gezeiten für harte Männer.

Fazit

Wind River ist sehenswert und spannend.

Beitragsbild: wildbunch

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