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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Das neueste Werk des Regisseurs Marcus H. Rosenmüller, bekannt für den Film »Wer früher stirbt ist länger tot«, zeigt die unglaubliche Geschichte des Fußballspielers Bert Trautmann während der Nachkriegszeit in England.

Ausgelassenes Tanzen, junge Menschen lächeln sich an und schwingen die Hüften, es läuft Jazzmusik. Cut. Deutsche Soldaten kriechen durch den Schlamm und versuchen den Feind ausfindig zu machen: es ist ein Hinterhalt und Körperteile fliegen durch die Luft.

Trautmann / Marcus H. Rosenmüller / Deutschland, Großbritannien / 2018 / 120 Minuten

Die Story

Noch während des Zweiten Weltkrieges wird Bert Trautmann (David Kross) in ein britisches Gefangenenlager gebracht. Dort entdeckt Jack Friar (John Henshaw) Trautmanns Talent im Fußballtor und lässt ihn in der Fußballmannschaft St. Helens Town spielen, die er coacht. Nachdem diese einen kometenhaften Aufstieg erfährt, und Trautmann sich in Friars Tochter Margaret (Freya Mavor) verliebt, wird Trautmann von Manchester City gescoutet. Als neuer Torwart von Manchester City im Nachkriegs-England, erlebt er als Deutscher heftige Anfeindungen und Protest.

Und, wie finden wir das?

Ganz nett. Die Story hat alles, was ein deutscher Film braucht: Fußball, Nazis und eine Liebesgeschichte. Der Plot ist rund, man kann ihm einfach folgen und zugegeben, Berts Leben war schon sehr eindrucksvoll. Die Schauspieler machen ihre Sache auch gut und eigentlich mag man jeden Charakter im Film. Auch die Dialoge überzeugen: Das Familienoberhaupt Jack Friar ist extrem lustig und lockert durch seine schusselige Art selbst die Fußballszenen auf. Wo wir schon beim Thema wären – es ist nun mal ein Fußballfilm und das muss man schon irgendwie mögen. »Trautmann« ist einer dieser Filme, den man sich schon im Kino anschauen kann, der einem aber nicht unbedingt im Gedächtnis bleibt.

Schlechtester Dialog

Vor allem die ziemlich lustigen Dialoge sind einer der Stärken des Films. Aber ja, vor allem wenn sich Bert und Margaret unterhalten wird es etwas kitschig, wie »Don’t you think I’d rather danced with you than fought in the war?« oder »When you dance right it’s like you’re floating. Well not actually floating but it feels like it.«

Reaktionen aus dem Publikum

Das Publikum war zufrieden mit dem Film und vor allem die Friars Familie sorgte mit ihrem typisch britischen Humor für Gelächter.

Äh, und der Bechdel-Test?

Wieder einmal durchgefallen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass Margaret eine sehr starke Stimme hat und auch immer von ihr Gebrauch macht.

Fazit

Ein netter Film für Menschen, die Fußball mögen (und Bert Trautmann kennen). Ach, und Harry Potter Fans aufgepasst: Dudley Dursley spielt einen strengen englischen Offizier.

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