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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Noch ’ne Schnulze, die uns durch die kalten Wintermonate mit einem Versprechen auf Liebe täuscht? Unser Autor ist kein Fan.

Die verregnete Küste von England, hohe Klippen. Ein Paar spaziert am Strand entlang, während es sich traurig anschaut. Beide wissen: Diese Beziehung hat gerade begonnen, doch eine Zukunft haben die beiden nicht.

Jesse Peretz / Juliet, Naked / USA 2018

Die Story

Annie lebt mit ihrem Partner Duncan in einer englischen Kleinstadt. Während Duncan versucht, sein seit 25 Jahren verschollenes, amerikanisches Softrock-Idol Tucker Crowe aufzuspüren, beginnt Annie durch einen Zufall einen Onlinechat mit eben diesem Musiker. Die beiden bauen eine Beziehung zueinander auf und lernen sich in London persönlich kennen. Während Annie mit dem Gedanken spielt, nochmal neu anzufangen, hat Tucker mit einem Herzinfarkt und der Verantwortung für fünf Kinder zu kämpfen. Nicht gerade eine solide Basis für eine stabile Beziehung.

Und, wie finden wir das?

Dem Autor – ein bekennender Hasser von romantischen Komödien – haben sich die Nackenhaare aufgestellt. Nach einem kurzen Vorspann war klar, dass es eine Nick-Hornby-Verfilmung zu sehen gibt. Die Geschichte ist langweilig, vorhersehbar und bricht mit keinem Genre-Motiv. Ob der Film wohl ein Happy-End haben könnte? Wenn einem, warum auch immer, mal wieder nach einer romantischen Komödie zumute ist, kann man sich also genauso gut zum zehnten Mal »Love Actually« mit Glühwein und Spekulatius zuhause auf der Couch ansehen.

Schlechtester Dialog

»Kunst ist genauso wenig für den Künstler da, wie das Wasser für den Klempner.« (betretendes Schweigen in Szene und Kinosaal)

Reaktionen aus dem Publikum

Viel zu positiv. Dies legt die Vermutung nahe, dass der Autor geistig bereits ein garstiger, alter Mann ist, dem jeglicher Sinn für die Kunst der romantischen Komödie verwehrt bleibt.

Äh, und der Bechdel-Test?

»Juliet, Naked« ist eine Hollywood-Mainstream-Romcom. Einen Satz zu finden, der nicht die Beziehung zu einer anderen Person thematisiert, wird zu einer langwierigen Rechercheaufgabe, versprochen.

Fazit

Ein britischer Akzent macht wirklich attraktiv.

 

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