Zum Seiteninhalt

ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Die letzte Sneak des Jahres ist die bewegende Tragikomödie von Tyler Nilson und Michael Schwartz, die beim diesjährigen South by Southwest Film Festival ihre Premiere feierte und jetzt bei uns in den Kinos läuft.

Roter Staub wirbelt sich vom heißen Erboden auf. Zwei Männer tanzen am Strand ums Feuer. Eine gemeinsame Flucht, eine Flasche Schnaps und ein selbstgemachtes Kostüm verhelfen zu ungeahnten Stärken.

The Peanut Butter Falcon / Tyler Nilson, Michael Schwartz/ USA/ 2019/ 98 Minuten

Die Story

Der 22-jährige Zak (Zack Gottsagen) wurde aufgrund seines Down-Syndroms schon früh von seiner Familie verstoßen und deshalb in einem Seniorenheim untergebracht, in dem sich Eleanor (Dakota Johnson) liebevoll um ihn kümmert. Nachdem ihm allerdings ein anderer Bewohner endlich zur langersehnten Flucht verholfen hat, ist es Eleanors Aufgabe, Zak wiederzufinden. Dieser lernt auf seiner Reise den ebenfalls flüchtigen Tyler (Shia LaBeouf) kennen, was den Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft auslöst.

Und, wie finden wir das?

Insgesamt ein absolut rundes Kinoerlebnis. Zack Gottsagen spielt hervorragend, sodass es zu bezweifeln ist, dass auch nur ein Herz im Saal nicht von seiner erfrischenden Art ergriffen wurde. Die Erwartungen nach Johnsons bisherigen Leinwandauftritten wurden (zum Glück) nicht bedient, stattdessen entpuppt sie sich als liebevolle Betreuerin und abenteuerlustige Gefährtin für Tyler und Zak. Shia LaBeouf überzeugt ebenfalls und komplettiert das Trio, das dem Film seine Seele einhaucht. Insbesondere aber die Entwicklung der Freundschaft zwischen Zak und Tyler war rührend und von zahlreichen urkomischen Momenten durchzogen.

Schlechtester Dialog

Schwer zu finden, da die lustigen Dialoge deutlich überwiegen.

Ein anderer Bewohner, Carl, als er Zak zur Flucht verhelfen möchte: »So, mehr konnte ich leider nicht schaffen. Nun musst du dich ordentlich mit Seife einreiben«

Zak:  »Häh, wieso?«

Carl:   »Na das macht dich schön glitschig.«

Reaktionen aus dem Publikum

Die Dame neben mir führte erheiternde, kommentierende Selbstgespräche, aber auch ansonsten wurde viel wohlwollend gelacht, für Tränen hat die Tragik dann doch bei den meisten nicht ausgereicht.

Äh, und der Bechdel-Test?!

Eher mit ungenügend zu bewerten. Die wichtigste weibliche Figur ist Eleanor, zu Beginn des Films ist sie im Gespräch mit einer anderen Betreuerin, allerdings handelt dieses von den (männlichen) Bewohnern. 

Fazit

Absolut unterhaltsamer Film, der zum Lachen und Grübeln anregt und zeigt, welche Freude sich die Menschen gegenseitig bescheren können, wenn sie nur offen sind, sich gegenseitig ein bisschen Mut machen und an sich selbst glauben.

Du hast Lust auf mehr vom ZurQuelle-Magazin? Dann schau hier!

Letzte Woche in der Sneak: Urbaner swag vs. fernöstliche Spiritualität »The Farewell«.

Bestellt euch hier die wunderschöne Printausgabe. Oder holt euch gleich ein Abo. Unterstützt uns bei Steady. Und kommt doch einfach mal vorbei. 

Du hast Lust auf mehr vom ZurQuelle Magazin? Wir freuen uns auf dich bei FacebookTwitter und Instagram.