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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Regisseur Guy Ritchie veröffentlicht endlich eine neuzeitliche Version seiner grandiosen Gangster-Britisch-Action-Krimi-Komödien! Reicht es, um den Kultstatus dieser zu erreichen?

Grüne Weiden, edle Gutshäuser und vornehme Gesellschaft. Irgendwo da im Untergrund noch grünere Gewächshäuser und die vornehmsten Drogenbosse weltweit. Das geht nur im Land der Lords und Ladies, Großbritannien.

The Gentlemen / Guy Ritchie/ 2020/ Großbritannien/ 113 Minuten

Die Story

Michael ‚Mickey‘ Pearson (Matthew McConaughey) war ein Niemand in den USA und wurde zu dem erfolgreichsten Marihuana Dealer Großbritanniens. Nun ist es Zeit sich in den wohlverdienten Ruhestand zu begeben, um mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockarey) zu verbringen. Im Laufe der Verhandlungen kommen jedoch einige Räder ins Drehen und erschweren den Verkauf. Reporter und Möchtegern-Drehbuchautor Fletcher (Hugh Grant) meint die Details des Netzwerks zu kennen und erpresst nun Mickeys Rechte Hand Raymond (Charlie Hunnam). Was fiel wirklich vor?

Und, wie finden wir das?

Wahnsinnig gut gelungen. Ritchie ist endlich in den post-2010ern angekommen und nutzt für seinen old school Gangsterplot neuzeitliche Medien à la Internet, Social Media und co. Trotzdessen ließ er nicht von seinem geliebten Britisch-Retro-Flair ab. Dieses setzte er sowohl bei Kostümen, Set, als auch beim plumpen Jargon gekonnt ein.

Weiterhin bedient er sich wunderbar unterhaltend mehreren narrativen und visuellen Perspektiven, unter anderem Film-im-Film oder der Handheld-Kamera und lässt den Zuschauer zwischen erfundener Geschichte und der Filmrealität zweifeln.

Doch es mag an eben diesen Formaten liegen – so fantasiert Fletcher sich die Dialoge für sein Drehbuch – dass, auch in Zeiten von Inklusivität und politischer Korrektheit, in »The Gentlemen« noch rassistische Kommentare in amüsanten Punchlines schnell dahingesagt werden.

Schlechtester Dialog

Vielleicht absichtlich bescheuerte, einfältige Analogien passend zum jeweiligen Charakter:

»I’ve seen how the sausage is made. Now tell me about the butcher shop.« oder »You have been in this pool for twenty minutes. But I’ve been in the ocean with the sharks for twenty years.«

Reaktionen aus dem Publikum

Eher positiv. Aufmerksame Zuschauer, ein paar Lacher. In meiner Reihe schauten die Herrschaften dem Film besonders gespannt zu. Eine Gruppe junger Leute verließ das Kino vorzeitig.

Äh, und der Bechdel-Test?!

Haarscharf bestanden. Ros spricht hastig mit ihrer Mitarbeiterin und einer Kundin, sie werden auch namentlich genannt, aber bleiben leider nicht in Erinnerung. In einem Film namens »The Gentlemen« erwartet man nicht mehr.

Fazit

Kurzweilig und amüsant. Mit »The Gentlemen« hat Ritchie sein gegenwärtiges Britisch-Action-Krimi-Komödien Genre aus den 1990ern und frühen 2000ern wiederbelebt und gezeigt, dass er es noch gewaltig drauf hat. Sehenswert!

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