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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Sparsam muss sein, wer sich ein gutes Leben leisten will. Getreu dem Motto »Nichts ist vergänglicher als ein paar Millionen« sahen wir diese Woche ein neues Level an deutschem Stuss in Filmform gegossen.

Ein Pool soll her, aber die Millionen stecken schon in der Villa samt Prachtgarten. Wo bekommt man also schnell und günstig das Planschbecken her? Sklave Bartos weiß die Antwort und lässt Gastarbeiter aus Georgien ordern, die für einen Stundenlohn von zwei Euro im Schatten des Luxus ihre Arbeit verrichten dürfen. Nur beim Essen zusehen – das dürfen sie nicht.

Herrliche Zeiten / Oskar Roehler /Deutschland 2018

Die Story

Der Fettabsauger Claus und seine Frau, die Gartenarchitektin Evi, haben eine Villa. Leider aber nicht genug Geld, um sich Angestellte leisten zu können. Ihre Putzfrau hat keine Lust mehr, deswegen suchen sie eine neue billige Haushaltshilfe. Betrunken setzt Claus eine Anzeige für einen Erotik-Putzsklaven auf, meint das aber doch ironisch und muss die BDSM-Community vor seinem Haus enttäuschen. An dieser Stelle kommt Bartos ins Spiel. Der ist irgendwie ganz in Odnung und weil der keine Bezahlung, sondern nur als ihr Sklave mit auf dem Grundstück leben will, wird er engagiert. Irgendwann kommt seine junge Frau dazu, die ihre Fähigkeiten als kostenloses Wellnesspaket anbietet. Nach kurzer Zeit weiß man dann auch warum die das eigentlich machen und es gibt Drama und Tote.

Und, wie finden wir das?

Schwer zu sagen, was erschreckender ist: die halbwitzigen Dialoge, oder das ganze millionenschwere Setting der Vorstadtsvillen. Der Nachbar des Ehepaares ist ein Ölscheich und schmeißt regelmäßig Partys bei denen seine Gäste mit Paintball-Gewehren abgeknallt werden oder »wie bei den Römern« ausgeborgte georgische Gastarbeiter für die allgemeine Belustigung in der Swimmingpool-Arena kämpfen. Es folgt ein WTF-Moment auf den anderen.

Schlechtester Dialog

Claus im Dialog mit seinem Sklaven:

»Sie bieten mir ihre eigene Frau an?«

»Sklaven kennen kein Eigentum.«

Reaktionen aus dem Publikum

Vereinzelt verstohlene Lacher. So ganz sicher ist man sich nicht, ob man etwas lustig finden will. Kein Klatschen, keine Gespräche am Ende. Der Film gibt keine Grundlage für irgendeine Art von Austausch. Man will ihn einfach schnell vergessen.

Äh, und der Bechdel-Test?

Frauen unterhalten sich in diesem Film nicht, ohne dass ein Mann dabei ist. Auch sonst gibt es keine Szene, die auch nur Ansatzweise einen bestandenen Bechdel-Test rechtfertigen würde.

Fazit

Schon mal was von kulturellem Kapital gehört? Dieser Film ist keine fünf Euro wert. Tschau ihr Milliönchen der Filmproduktion.

Außer Herrlichen Zeiten gab es in der letzten Woche folgende Themen…

Panzerkampf für den Weltfrieden gibt es in der Netflix-Anime-Serie »Girls und Panzer«.

Und eine TV-Kritik von Vanessa: Hotel Herzklopfen mit verliebten Senioren.

Deutschland gedenkt. Wütend wie eh und je. Dafür gibt es unser Herz.

Und in der letzten Sneak? A Beaufitul Day

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