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»All My Loving« ist ein deutsches Drama von Regisseur Edward Berger, der unter anderem für die Regie in »Deutschland 83« bekannt ist. Der Film wurde bei der diesjährigen Berlinale in der Kategorie Panorama gezeigt.

Ein Mann in einer Pilotenuniform, der versucht Frauen in der Lufthansa Lounge aufzureißen. Eine Frau, die ihren Hund so sehr liebt wie ihr Kind. Ein anderer Mann, der versucht seine drei Kinder ins Bett zu bringen und nebenbei eine Hausarbeit zu schreiben. Sie alle sind Geschwister.

»All My Loving« / Edward Berger / Deutschland / 2019 / 116 Minuten

Die Story

»All My Loving« handelt von dem Leben dreier Geschwister, das unterschiedlicher nicht sein könnte – und doch sind sie alle durch tragische Schicksale miteinander verbunden. Zuerst geht es um Stefan (Lars Eidinger), der an Schwindel leidet und seinen Beruf als Pilot nie wieder ausüben kann. Danach wird Julias (Nele Mueller-Stöfen) Geschichte erzählt, die ihren Hund wie ein Kind behandelt und mit ihrem Mann in Turin Urlaub macht, um ihre Ehe zu retten. Als letztes kommt Tobias (Hans Löw) dran, der drei kleine Kinder hat, nebenbei studiert und sich um seine Eltern kümmert.

Und, wie finden wir das?

Ziemlich mittelmäßig. Der Film ist in drei Kapitel aufgeteilt, in denen die Geschichten der Geschwister erzählt werden. Es ist nicht unbedingt das neueste Konzept. Die Geschichten sind traurig und passabel erzählt, die schauspielerische Leistung ist in Ordnung und der Film ist auch okay. Aber mehr eben auch nicht. Es scheint fast eine Moral zu fehlen, eine Art Aha-Moment, in dem die Traurigkeit Bedeutung bekommt. Stattdessen ist der Film (mittelmäßig) traurig und man sucht vergebens nach einer persönliche Entwicklung bei den Charakteren.

Schlechtester Dialog

Als Stefan in seiner Pilotenuniform in eine Bar geht, um eine Frau aufzureißen.

Sie: »Stop.«

Er: »Wie denn?«

Sie: »Stop.«

Er: »Wie soll das gehen?«

Sie: »Einfach wegschauen.«

Er: »Wie denn?«

Hat gelesen die gleiche Wirkung wie im Film, nämlich Fremdscham.

Reaktionen aus dem Publikum

Nichts. Dem Publikum hatte es offiziell die Sprache verschlagen. Ein paar Leute gingen allerdings nach der Hälfte.

Äh, und der Bechdel-Test?

Nicht nur wurde der Bechdel-Test nicht bestanden, an dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass es nur weiße, heterosexuelle Charaktere in den Film geschafft haben.

Fazit

Der Film ist nicht gut und auch nicht schlecht, er ist eben sehr mittelmäßig.

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