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von und für Zaubernde

Was Gentrifizierung, Foodsharing und ein Superheld miteinander zu tun haben? Nun, Anke hat es in der satirischen Komödie Lux – Krieger des Lichts erfahren.

Der Kotti: Belebt und wild, wie wir ihn kennen. In der lichtarmen Menge dunkel gekleideter Gestalten entsteht plötzlich Unruhe, Bewegung, Aufruhr: Haltet den Dieb! Real-Life-Torsten, die selbstgenähte Maske im Gesicht und das Cape wehend im Gefolge, rennt ihm hinterher. Und die Kamera mit. Ein Held.

Lux Krieger des Lichts, Daniel Wild, Deutschland 2017

Die Story

Torsten Kachel (Franz Rogowski bekannt aus Victoria) verkleidet sich in seiner Freizeit gern als Batman und rettet die Welt. Jan (Tilman Strauß) und Lina (Anne Haug) wollen darüber einen Film machen. Der Produzent (Heiko Pinkowski) versucht das Ganze mit Sex and Handlung etwas aufzumotzen. Wirklichkeit und Show geraten in Konflikt und es bleibt die Frage: Wo ist Torsten?

Und, wie finden wir das?

Eine Satire. So so. Gute Idee! Superhelden mit echten Schauspielern? Das scheint seit 2009 ziemlich en vogue. Und warum nicht in Berlin? Ist doch ziemlich cool hier. Und dann passieren hier auch noch echt spannende Dinge. Gentrifizierung zum Beispiel. Und Foodsharing! Lass mal nen Film machen. Erstmal nen Produzenten finden.

… Und ab hier schienen ihnen die Ideen ausgegangen zu sein.

Also einfach einen Film-im-Film gemacht über Leute, die die Idee haben, einen Film mit echten Schauspielern über Superhelden und einem richtig fiesen Produzenten, mit rotem Schal á la Dieter Kosslick zu machen. Und damit auch jedem die Schachtelung klar ist, zeigen sie, was sie an der Filmhochschule gelernt haben: Mit einer Handkamera wird dokumentarisch gefilmt. Andere Abschnitte, in denen beispielsweise die Filmemacher mit dem Produzenten verhandeln, am Tisch sitze und diskutieren, sind gefilmt wie eine 1A-Fernsehserie. Und als dann der fertige Film ins Kino kommt (also immer noch Film-im-Film), sind die Bilder in Megamulticolor. Also echt jetzt! Die wahre Wirklichkeit liegt doch im Auge des Betrachters.
Das ist jetzt aber auch das Subtilste, was der Film vermittelt. Alles andere liegt im Dialog. Der erklärt alles. Was echte Helden sind zum Beispiel: »Ein Held ist jeder, der das Wohl der anderen über sein eigenes stellt.« Oder wie schlimm Gentrifizierung und wie schwer das mit der Echtheit und dem Kapitalismus ist.

Schlechtester Dialog

»Ganz egal, wer du bist oder wen du für andere darstellst, jeder trägt seinen Helden in sich. Wir müssen ihm Vertrauen schenken, dann zeigt er sich. Meiner heißt Dirk.« – Lux alias Torsten schaut von einem Dach aus erst in die Kamera und dann über das von abendlichen Lichtern erfüllte Berlin. Die Kamera befindet sich über ihm und fängt so auch seinen im Sitzen flatternden Umhang ein.

Reaktionen aus dem Publikum

Kaum vorhanden. Einer ging.

Äh, und  der Bechdel-Test?

Während Jan und Torsten im Bild versuchen, das Magazin, das Torsten liest, so in die Kamera zu halten, dass es gut zu sehen ist, hört man Torstens Mutter aus dem Off kotzen. Lina: »Alles okay?« – Wenn das schon als bestandener Bechdel-Test gilt, dann: knapp bestanden. Ansonsten sagt diese Szene alles Wesentliche über das Frauenbild des Films aus. (Psst – die dritte Frauenfigur ist übrigens Tabledancerin, um das Schema Hure/Helferin/Mutter komplett zu machen).

Fazit

Foodsharing ist eine gute Sache.

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