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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Regisseur James Mangold kennt man in Hollywood durch die Blockbuster »Walk the Line«, »Wolverine«, »Logan«, dabei stammt auch »Girl, Interrupted« von ihm. Wie überzeugt der neueste Film »Le Mans 66« über Rennfahrer und den Automobilhersteller Ford Motor?

Die Zähne fletschen. Der Schweiß drückt sich aus den Poren. Der Kopf wird rot und heiß. Hochschalten. Gaspedal durchdrücken. Ein Herzschlag von 130. Und über 7000 Umdrehungen im Motor. Heiß, heißer, jetzt nur hoffen, dass nichts explodiert.

Le Mans 66 – Gegen jede Chance (OT: Ford v Ferrari) / James Mangold / USA/ 2019/ 156 Minuten

Die Story

Carroll Shelby (Matt Damon) war bisher der einzige US-Amerikaner, der die gefürchtete Rennstrecke Le Mans meistern konnte. Nun konstruiert und verkauft er die Autos lediglich. Währenddessen geht der Fahrzeughersteller Ford Motor so langsam aber sicher pleite und der Marketingboss Lee Iacocca (Jon Bernthal) hat die Idee ins Rennautobusiness einzusteigen. Um sich an einer privaten Beleidigung zu rächen, beauftragt Ford Motor nun Shelby ein Rennauto zu entwerfen und die besten Fahrer anzuheuern, um Ferrari – koste was es wolle – beim Le Mans Rennen zu schlagen. Dabei denkt er an seinen Kollegen Ken Miles (Christian Bale), der sowohl Rennautos bauen als auch fahren kann, allerdings ist dieser bei den Businessleuten nicht so beliebt…

Und, wie finden wir das?

Viel zu lang. Der Handlungsrahmen ist bereits sehr eingeschränkt, schließlich wird hier eine wahre Begebenheit verfilmt und es handelt sich halt um Autorennen. Doch gerade deswegen und den zweiundhalb Stunden Spiellänge, wären noch mehr Details und Hintergründe zum Ford-Ferrari-Krieg oder den verschiedenen Autorennen wünschenswert. Was Ferrari zu dem Ganzen zum Beispiel sagt. Wenn schon denn schon. Aber es ist nunmal ein Hollywoodfilm, der die breite Masse ansprechen soll, daher sind manche Szenen unnütz und larifari. Doch Ken Miles‘ Charakter ist äußerst erheiternd, je mehr mit ihm desto besser.

Schlechtester Dialog

Ach, so pseudo-philosophische oder stolze Zeilen können nur aus Hollywood stammen:

Shelby meditativ aus dem Off: »You’re racing with 7000 rpm and the only question that matters is Who are you?«

Henry Ford II, der nichts über Autorennen weiß: »Put a Ford-type driver in a Ford-type car. That’s the Ford type-way.«

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Reaktionen aus dem Publikum

Eine bestimmte Gruppe hat sich über den Film sehr lächerlich gemacht – wenn man einen Groll auf Hollywood hat, ist das auch gut möglich. Beim Verlassen des Kinos hörte man »Da muss man halt für voll im Thema sein.« Word.

Äh, und der Bechdel-Test?

Durchgefallen. Ehefrau und Sekretärinnen erscheinen seltenst. Nicht überraschend, so befinden wir uns im Fahrzeughersteller- und Rennfahrermilieu der Sechziger Jahre.

Fazit

Für echte Liebhaber von Autorennen, dessen Geschichte, etwas KFZ-Mechatronik schonmal gut, obwohl es dann noch detaillierter hätte sein können. Für die einfachen Kinogänger und Kicksucher einfach zu lang.

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