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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin


Mindy Kaling ist die erfolgreiche Alleskönnerin in Sachen Komödien: schreiben, produzieren, schauspielern. Drei Jahre Planung und Produktion hat es dann für »Late Night« gebraucht, der nach der Premiere auf dem Sundance Festival prompt von Amazon gekauft wurde.

Das Eckbüro großzügig von Fenstern umgeben. Der ovale Tisch bietet Platz für zwölf Mann. Oder auch zwölf erwachsene Männer. Das Testosteron der Runde dominiert ebenso wie ihr Spielzeug im Raum. Minigolf, Minibasketball, Tischhockey, Kicker, Lego.

Late Night / Nisha Ganatra / USA/ 2019/ 102 Minuten

Die Story

Als einzige Frau im Late Night Show Business hatte Katherine Newbury (Emma Thompson) mit ihrer Show ein Alleinstellungsmerkmal. Ihre trocken-plumpe britische Art begünstigte ihren Erfolg, bis es dies nicht mehr tat. Ihr Schreiberteam besteht aus weißen, privilegierten Männern, die um eine Gehaltserhöhung bitten, um weiter das normative Familienkonstrukt aufrechtzuerhalten. Ein diversity hire muss her und Molly Patel (Mindy Kaling) wird als naive und voll-motivierte Schreiberin eingestellt. Die Frage, die uns allen auf der Seele brennt: kann Molly Katherines Herz erwärmen und findet Molly ihr Glück?

Und, wie finden wir das?

Der Vergleich zu »The Devil Wears Prada« liegt nahe. »Late Night« verpackt dieselbe Story in einen Rahmen mit Themen des aktuellen Diskurses, wie Privileg, Rassismus, Sexismus, Politische Korrektheit, Abtreibung und gefühlt allen Hashtag-Trends der letzten drei Jahre. Somit wird ein Mehrwert gegenüber älteren Versionen solcher Plots geschaffen und der Film entpuppt sich als moderne und unverblümte Komödie mit einer Prise Überraschung.

Zu viel im Bild: Mindy Kalings aufgespritzte Lippen. Zu wenig: die ultimativ coolen Styles an Emma Thompson (Ähnlichkeit zu Ellen Degeneres mit dem platinblonden Kurzhaarschnitt und den Hosenanzügen ist dabei unverkennbar).

Schlechtester Dialog

Gar nicht mal schlecht alles. Aber gut, die Bosslady macht eine Ansage an alle: »Let’s save my show. You live that show. You breathe that show. When you masturbate you think of that show.« Big business, guys.

Reaktionen aus dem Publikum

Reichlich Lacher aus allen Richtungen. Das Kino war ausverkauft (obwohl keiner wusste was läuft). Zufriedene Gesichter nach der nötigen Happy-End-Dosis.

Äh, und der Bechdel-Test?

Endlich bestanden! Das war ein vordergründiges Thema des Films: Ladybosse und klassische Emanzipation.

Fazit

Ein kurzweiliges Sehvergnügen. Amerikanische Erfolgsstory der modernen Art, die den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs aufgreift.

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