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von und für Zaubernde

Action, zwei Brüder und eine rasante Handlung. In Good Time von den Safdie-Brüdern war am Dienstag in der Sneak so einiges los.

Trance-Musik, New Yorker Wolkenkratzer, die Kamera fährt auf ein Fenster zu. Nächste Szene: Eine Therapiestunde. Der Therapeut macht Sprachverständnistests mit einem apathisch wirkenden jungen Mann namens Nick (Benny Safdie). Die Sitzung wird lautstark von Nicks Bruder Connie (Robert Pattinson) unterbrochen.

Good Time, Benny Safdie / Josh Safdie, USA / Luxemburg 2017

Die Story

Nach einem missglückten Banküberfall werden die beiden Brüder Connie und Nick getrennt. Während der geistig behinderte Nick bei der Verfolgungsjagd geschnappt und in ein Gefängnis gebracht wird, versucht sein gerissener Bruder Connie alles, um ihn zu befreien. Dabei legt er sich mit obskuren Gestalten an, begeht Straf- und Gewalttaten en masse und muss extreme Nervenstärke bewahren.

Und, wie finden wir das?

Es geht auf jeden Fall ab. „Good Time“ ist laut, schnell und wird mittendrin immer mal wieder ruhiger und auch gefühlvoll. Das liegt daran, dass der abgebrühte Connie immer dann menschlich und weich wird, wenn es um seinen Bruder geht. Für Nick nimmt er alles auf sich: Schleicht sich in bewachte Krankenzimmer, stiehlt Autos oder verprügelt und foltert einen Nachtwächter, nur um Nick aus dem Gefängnis zu holen. Humor und eine skurrile Verwechslung nehmen dem Ganzen ein wenig die Schwere.

Die Umsetzung erinnert ein wenig an den Indie-Film Victoria, was vor allem daran liegt, dass sich die Brüder Josh und Benny Safdie Independentfilmmacher sind. Sie bringen die Anspannung Connies mithilfe von Farben und fantastischen Lichteinstellungen während seiner Odyssee so herausragend rüber, dass man nur staunen kann. Zudem spielt Benny Safdie fantastisch. Robert Pattinson ebenso.

Ein wenig zu viel sind vielleicht die Soundeffekte. Teilweise zu laut, teilweise viel Lärm um nichts. Das ist dann aber Meckern auf höchstem Niveau.

Schlechtester Dialog

Eher putzig ist die Situation, in der Connie die Therapiestunde crasht. Nick ist überfordert mit den Fragen und Erinnerungen mit denen er konfrontiert wird und fängt an zu weinen.

Connie zum Therapeuten: „Wie würden Sie das finden, wenn ich Sie zum Weinen bringe?“

Fair enough.

Reaktionen aus dem Publikum

Neben dem üblichen Popcorngeraschel manchmal Kichern und Gelächter. Keiner verlässt den Saal.

Ein wenig Shakespeare gefällig? Hier die Sneak Review zu Lady Macbeth

Äh, und der Bechdel-Test?

Nope. Frauen spielen nur dann eine Rolle, wenn Connie sie für seine Zwecke benötigt.

Fazit

Ein gut gemachter Thriller mit Action, filmischem Niveau und famosen Schauspielern. An einem kalten Herbstabend kann man sich „Good Time“ definitiv ansehen.

Bild: Filmstarts.de

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

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