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von und für Zaubernde

Vorurteile und Stereotype im schönen Wien. Diese Woche lief in der Sneak: Die Migrantigen

Einlass: Unsere Autorin hatte an diesem kalten Montagabend (winter is coming) eigentlich mehr Lust auf Netflix&Chill im heimischen Bett. Doch da die neue Staffel Game of Thrones vorbei ist und das Passage-Kino auch nur fünf Minuten entfernt, raffte sie sich doch noch auf. Es hat sich gelohnt!

Die Migrantigen, Armin T. Riahi, Österreich 2017

Die Story

Benny ist arbeitsloser Schauspieler und die Agentur seines besten Freundes Marko muss Insolvenz anmelden. Die Journalistin Marlene Weizenhuber möchte eine Reportage über das Wiener Problemviertel Rudolfsgrund drehen (übrigens ein fiktiver Ort) und stößt dabei zufällig auf die beiden, die sie sofort für zwei authentische Anwohner hält und zu Protagonisten ihrer Serie machen will. Benny ist zwar wohlhabender Österreicher und Marko besser integriert als so mancher Öko-Hipster aus Prenzlberg, doch für den Fame und das Money lassen sie sich auf das Angebot ein. Jetzt müssen sie nur noch lernen, wie man sich als richtiger Migrant eigentlich so benimmt.

Und, wie finden wir das?

Sehr lustig und das nicht nur wegen des schönen Wiener Schmähs. Die Österreicher schaffen es immer wieder gute Filme zu Themen zu machen, zu denen es in Deutschland nur sehr peinliche Varianten gibt.

Tatsächlich überzeugt die Geschichte, die mit Klischees über Problemviertel und Migranten aufräumt, indem sie sie erst einmal von ihren Protagonisten reproduzieren lässt. Das lässt „Die Migrantigen“ zeitweise so wirken, als thematisiere der Film die Problematik um die kulturelle Aneignung seiner Figuren nicht ausreichend, doch er kriegt die Kurve. Mit dem very Happy End hat der Regisseur etwas übertrieben, doch insgesamt eine filmische Leistung, die sich sehen lassen kann.

Schlechtester Dialog

Benny zum Fernsehteam: „ Das ist Olga, unsere beste Nutte.“

Olga: „Hallo ich bin Olga, die Nutte.“

Reaktionen aus dem Publikum

Man spürt die Semesterferien und den Herbstanfang: Der Saal ist gut gefüllt mit Menschen und raschelnden Popcorntüten. Während des Films wird sehr viel gelacht und nach dem Fade-Out sogar vereinzelt geklatscht.

Lust auf einen weiteren unterhaltsamen Film gepaart mit Techno und Trash? Hier die Review von letzter Woche zu „Magical Mystery“

Äh, und der Bechdel-Test?

Mit Ach und Krach bestanden. Markos Freundin Sophie gibt sich als wütendes Ghetto-Girl aus und wird sofort von der TV-Journalistin Marlene Weizenhuber vor die Kamera gezerrt und interviewed. Diese drei Sekunden sind allerdings auch die einzigen, in denen sich zwei Frauen unterhalten.

Fazit

Fun Fun Fun! Was arg in die Hose hätte gehen können, ist eine unterhaltsame Komödie über Vorurteile und Stereotype geworden.

Bild: Filmstarts.de