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von und für Zaubernde

»Die schönste Hochzeit, die ich je auf einer Leinwand sehen durfte.« Und das aus dem Mund von unserer Maike! Während die Romantiker in diesem Film schwelgen werden, sollten Zyniker vielleicht lieber einen großen Bogen um »Das Leben ist ein Fest« machen.

Stell dir Folgendes vor: Ein Traumschloss auf dem Land, blauer Himmel, eine satte grüne Wiese, Champagnerflöten, feinste Amuse-Gueule und zwei Menschen, die den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen. – Dann geht alles schief und du bist verantwortlich. In ihrer neuen Komödie schauen die Regisseure von »Ziemliche beste Freunde« hinter die Kulissen einer Hochzeit.

Das Leben ist ein Fest (Le Sens de la fête), Eric Toledano/Olivier Nakache, Fankreich 2018

Die Story

Max (Jean-Pierre Bacri) ist ein Hochzeitsplaner und nicht mehr der Jüngste. Während er seinen Kunden einen der schönsten Tage ihres Lebens bereitet, werden die Feste für ihn zunehmend zur Herausforderung. So auch bei der Hochzeit von Pierre (Benjamin Lavernhe) und Héléna (Judith Chemla), bei der alles schief geht. Max versucht zu retten, was zu retten ist. Das ist bei einem perfektionistischen Bräutigam, einer streitsüchtigen Assistentin,  einem aggressiven Fotografen und einer konstant maulenden Belegschaft aber gar nicht so einfach.

Und, wie finden wir das?

Erstaunlich! Während man nach den ersten zwei Dritteln die Existenzberechtigung des Films in Frage stellt, schwebt man am Ende beschwingt und erleuchtet aus dem Kino. Nach einem großartigen Wendepunkt, der auch den absoluten Höhepunkt darstellt, ist man völlig gebannt und vom Film überzeugt. Dabei hat »Das Leben ist ein Fest« keine besonders ästhetische Bildsprache, keine künstlerische Handschrift. Es geht nicht um ein politisch brisantes Thema oder um (Achtung Pleonasmus) marginalisierte Randgruppen. Selbst fantastische Spezialeffekte fehlen. Doch all das muss auch nicht sein. Denn der Film besinnt sich auf das zurück, was für das Kino essentiell ist: Die Kunst, Geschichten zu erzählen. Der Film ist anrührend, weckt Emotionen und ermöglicht das seltene Glück vollkommener Einfühlung.

Für hartgesottene Filmfreaks, die sich mit ihrem analytischen Blick jeglicher Einfühlung verweigern, mag es eine Kitschorgie sein. Für mich war es die schönste Hochzeit, die ich je auf einer Leinwand sehen durfte und ein wahres Fest.

Schlechtester Dialog

Max hat Probleme mit der Autokorrektur seines Smartphones.

Verwundert liest sein Gegenüber im Gespräch vor: »Sie schrieben: Rufen sie einfach an, wenn sie da sind und ich werde kommen und sie lecken.«

Reaktionen aus dem Publikum

Zu Beginn haben zwei Menschen den Saal verlassen. Sonst war alles unauffällig.

Äh, und der Bechdel-Test?

Leider nicht bestanden. Es gibt zwar tolle Frauenfiguren, doch ein richtiges Gespräch kommt zwischen ihnen nicht zu Stande.

Fazit

Für Menschen mit offenem Herzen, einer romantischen Ader oder anderen anatomisch-amourösen Dispositionen eine Empfehlung; Zyniker sollten lieber draußen bleiben.

Außer »Das Leben ist ein Fest« gab es in der letzten Woche folgende Themen…

»10 Gründe warum Helene Fischer auf ihren Popo fiel« hat unsere Autorin Anne diese Woche aufgedeckt.

Unsere Autorin Anima hat ein Herz für Amazon Go.

Tollwütige CGI-Zombieaffen und globales Artensterben: »Zoombies«

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