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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Auf wahren Begebenheiten beruhend inszeniert Regisseur Jay Roach mit »Bombshell« den Skandal um sexuelle Belästigung durch FOX-CEO Roger Ailes für die große Leinwand.

Ein letztes Mal fragen die Anwälte nach, möchte sie wirklich diesen Kampf aufnehmen? Einen Kampf gegen einen der mächtigsten Männer in der Medienbranche? Ja. Ja, sie ist sich sicher.

Bombshell – Das Ende des Schweigens (OT: Bombshell) / Jay Roach/ 2019/ USA/ 110 Minuten

Die Story

Etwas läuft falsch bei FOX, dem dominierenden, konservativen Medienkonzern in den USA. Sowohl die Nachrichtensprecherin Megyn Kelly (Charlize Theron) als auch Moderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurden im Laufe ihrer Karriere Ziel von sexuellen Belästigungen und Übergriffen durch CEO Roger Ailes (John Lithgow). Auch Neuzugang Kayla Pospisil (Margot Robbie) macht bald allzu genaue Bekanntschaft mit dem seine Macht missbrauchenden ‚Jabba the Hut‘. Lange herrscht Stillschweigen über die Vorfälle, doch nach ihrer Kündigung stößt Carlson schließlich eine Klage gegen Ailes an. SPOILER: Sie wird nicht die einzige Zeugin bleiben.

Und, wie finden wir das?

Zweckdienlich. Zumeist wird die Thematik ehrlich, angemessen widerlich, mitunter leicht humoristisch präsentiert. Lediglich gegen Ende hin schleicht sich dann doch etwas viel Pathos ein, besonders im letzten Monolog von Pospisil. Dabei bleibt aber leider der Film als solcher auf der Strecke. Außer ein paar intensiven Szenen, sowie einem reduzierten, aber gut eingesetzten Soundtrack, wird einem nichts eindrucksvolles geliefert. Besonders die Handlung verläuft sich zuweilen und wirkt unfokussiert. Unter Umständen wurde hier, um nah bei der realen Geschichte zu bleiben, dann zu wenig dramatisiert.

Schlechtester Dialog

Viele der sexistischen Sprüche muss mensch wohl nicht extra erwähnen. Besonders ‚loyality‘ bleibt einem im Kopf hängen.

Direkter betrachtet wäre da außerdem der bereits erwähnte Monolog ad spec­ta­to­res durch Pospisil. Subtil ist der ganze Film ja nicht, aber so mit dem Schlaghammer muss es dann doch auch nicht sein.

Reaktionen aus dem Publikum

Unauffällig. Meine Begleitung vergibt am Ende spontan 6 von 10 Punkten.

Äh, und der Bechdel-Test?!

Definitiv bestanden, wenn sich auch viele der Konversationen zwangsläufig um das Verhältnis von gewissen Männern und gewissen Frauen drehen.

Fazit

Alles in allem bietet »Bombshell« als Film einfach zu wenig, ist zu klassisch und sicher produziert, um wirklichen Eindruck zu machen. Für eine Funktion als Mahnmal und wichtiger Zeigefinger reicht es aber allemal.

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