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Das gesellschaftskritische Popmagazin

»Birds of Passage – Das Grüne Gold der Wayuu« ist ein spannender Kriminalfilm à la Narcos und wurde bei den diesjährigen Oscars als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Zwei Männer lächeln sich an, die Maulesel traben vollgepackt mit Säcken hinter ihnen her. Als sie am Strand ankommen, zeigen sie den Inhalt dem Friedenskorps. Diese lächeln und sind zufrieden mit den ersichteten 15 Kilo Marihuana.

Birds of Passage – Das Grüne Gold der Wayuu (OT: Pájaros de verano) / Cristina Gallego, Ciro Guerra / Kolumbien / 2018

Die Story

Im Kolumbien der 70er Jahre möchte Rapayet (José Acosta) Zaida (Natalia Reyes) heiraten. Weil Zaida allerdings im Stamm der Wayuu höher gestellt ist als Rapayet, muss er eine hohe Mitgift zahlen. Um dieses Geld zu beschaffen verkauft er Marihuana an Amerikaner. Nachdem er Zaida heiratet, haben er und der Stamm sich an das komfortable Leben gewöhnt, weshalb er weiterhin Drogen verkauft und sich zu einem mächtigen Druglord mausert. Ein Deal läuft schief und es gibt innerhalb des Stammes ein Zerwürfnis, woraufhin Krieg ausbricht.

Und, wie finden wir das?

»Birds of Passage« ist ein wahnsinniger Film. Er ist aufgeteilt in verschiedene Lieder, die wie Kapitel fungieren. Es gibt nicht viel Dialog und der Plot bewegt sich sehr langsam, explodiert dann aber ruckartig und wirft einen wieder ins Geschehen. Statt viel Wert auf das Gesprochene zu legen, schwenkt die Kamera durch die atemberaubende kolumbianische Landschaft und die Regisseure spielen sehr viel mit Licht und Musik. Auch die graduelle Amerikanisierung des Stammes ist eindrucksvoll inszeniert und das kapitalistische Gedankengut spinnt sich immer mehr in den Lebensstandard des Stammes, sodass es schon fast grotesk wirkt.

Schlechtester Dialog

Schwierig, da es wenige Dialoge gibt und sie meist dazu dienen, die Handlung weiter zu bringen. Der beim Pferderennen war allerdings etwas seltsam.

»Ich war der letzte.«

»Du bist auch der Jüngste.«

»Ich will nicht wissen wie man ein Pferd reitet, ich will ein Flugzeug fliegen.«

Reaktionen aus dem Publikum

Kaum vernehmbare Reaktionen, weder Enttäuschung noch Jubel. Eher gespannte Stille.

Äh, und der Bechdel-Test?

Trommelwirbel bitte…bestanden! Zaida und ihre Mutter Úrsula (Carmiña Martínez) unterhalten sich oft über ihre Träume und was diese für die Zukunft des Stammes bedeuten könnten.

Fazit

Definitiv nicht jedermanns Geschmack. Für Filmliebhaber allerdings ein absolutes Muss.

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