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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

ZurQuelle geht in die Sneak. Jede Woche. Wir wissen nicht, was kommt. Aber weil Filme schön sind und wir auch, passt das.

Die Autorin hat sich vorher über die Filmstarts der Woche informiert und war auf Grund des Sommerlochs mit extrem niedrigen Erwartungen in die Sneak gegangen. Dafür kam sie ziemlich beeindruckt wieder heraus. Berlin Syndrome startet nämlich erst übernächste Woche.

Berlin Syndrome, Cate Shortland, Australien/Deutschland 2017

Die Story

Die Australierin Clare (Teresa Palmer) kommt für einen Selbstfindungstrip im Backpacker-Style nach Berlin. Mitten in Kreuzberg wird sie von dem sympathischen und sehr attraktiven Englischlehrer Andi (Max Riemelt) angesprochen und verbringt den Tag mit ihm, bevor sie am nächsten Abend mit ihm nach Hause geht. Nach zwei wilden Nächten und einem Tag, an dem sie „aus Versehen“ eingeschlossen war, merkt schließlich auch Clare, dass Andi sie nicht mehr gehen lässt. Was folgt, sind Ausbruchsversuche, die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden und ein fulminantes Ende.

Und, wie finden wir das?

Berlin Syndrome ist ein typischer Psychothriller und spannend gemacht. Hier und da hätte dem Film ein bisschen mehr Psychologie und Realismus gutgetan. Wo Andis Motivation zu der ganzen Sache herkommt, versteht man genauso wenig, wie den komplett leerstehenden, aber gut erhaltenen Kreuzberger Altbau, in dem Clare festgehalten wird. (By the way: Kann man den noch kaufen???)

Trotz der offenen Fragen fesselt der Film einen an den Kinosessel, auch wenn die Story nicht gerade neu ist.

Schlechtester Dialog

Nachdem Clare den ganzen Tag nur die Oranienstraße hoch und runtergelaufen ist:

Andi: „What are you photographing?“

Clare: „Mostly buildings. I really like this old DDR architecture.“

Reaktionen aus dem Publikum

Gemischt. Nachdem der erste Schraubenzieher in der Handfläche gelandet ist, verlassen einige den Saal. Aus den hinteren Reihen sind Sätze zu vernehmen wie „Alter, was ist denn sein Problem!?“ und „Spast!“. Als der Abspann beginnt, ruft eine männliche Stimme: “Na endlich.“ Ob dieser Zuschauer sich dabei auf das Ende des Films oder das Filmende bezogen hat, bleibt offen.

Äh, und der Bechdel-Test?

Ganz knapp bestanden. Wir haben Clare in der Hauptrolle, doch auf Grund ihrer Situation, hat sie kaum Chancen mit anderen Frauen zu reden. Allerdings ist da noch Franka, eine Schülerin von Andi, und ja die zwei wechseln ein paar Worte. In welchem Kontext soll hier nicht verraten werden.

Kennst du schon unsere Sneak Review der letzten Woche?

Fazit

Wie die meisten Dates: Wenn man draufsteht, ziemlich geil, sonst eher nett, aber nichts Besonderes.

Und die Moral von der Geschicht? Mit fremden Männern schläft man lieber bei sich!