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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

ZurQuelle geht in die Sneak. Jede Woche. Wir wissen nicht, was kommt. Aber weil Filme schön sind und wir auch, passt das. Diese Woche lief: Baby Driver

Es ist ein sonniger Tag in einer Großstadt. Vier Menschen sitzen in einem Auto an einer Straßenecke, bis drei von ihnen zielstrebig aussteigen. Der Fahrer bleibt entspannt sitzen, hört Musik und sieht ein bisschen aus wie einer von den Blues Brothers mit Babyspeck im Gesicht. Während seine Komplizen gerade eine Bank ausrauben, gibt er sich der Musik hin und heizt dann im spektakulären, actiongeladenen GTA-Style den Fluchtwagen eine gefühlte Ewigkeit durch die Straßen Atlantas.

Baby Driver, Edgar Wright, Großbritannien / USA 2017

Die Story

Der Baby Driver (Ansel Elgort), der tatsächlich fast den ganzen Film über Baby genannt wird, ist gerade dabei, seine Schuld bei dem Gangsterboss Doc (Kevin Spacey) zu begleichen und wird dabei als Fluchtwagenfahrer eingesetzt. Obwohl jeder neue Co-Gangster zunächst über das junge Teammitglied lacht, sind seine Fahrkünste spektakulär. Was Baby sonst noch ausmacht? Er hört permanent Musik, um seinen Tinnitus zu übertönen und verliebt sich in Debora (Lily James). Nach seinem letzten Job für Doc möchte er ein normales Leben führen, aber dabei geht natürlich etwas schief.

Und, wie finden wir das?

Allein wegen des Soundtracks ist der Film ein Genuss. Baby hat wirklich Musikgeschmack, das muss man ihm lassen. Ansonsten? War die Autorin nicht auf einen Actionthriller vorbereitet. Es ist laut, es wird wild herumgeballert und gecruised. Spektakuläre Kämpfe, krasse Waffen und fette Verfolgungsjagden lassen Actionfans bestimmt das Herz höherschlagen – meins blieb leider kalt.

Damit möchte ich die Qualität des Films gar nicht niedermachen. Für einen Sonntagnachmittag, an dem leichte Unterhaltung gewünscht ist, kann man sich Baby Driver bestimmt gut ansehen.

Die Schauspieler machen ihre Sache großartig. Kevin Spacey, Jamie Foxx als durchgeknallter Gangster und auch der Protagonist Ansel Elgort (bekannt aus „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) spielen gut und unheimlich lässig.

Ansonsten lässt der Film auch an nichts fehlen, was man von einem Actionmovie so erwartet. Eine dramatische Hintergrundstory, unbändige Rachegelüste, eine unerwartete Tragödie und ein fesselnder Showdown: alles vorhanden. Und man kann es nicht genug betonen: die Musik! Die Musik ist der Wahnsinn.

Schlechtester Dialog

Wenn jemand Baby heißt und der Film sehr auf Musik fokussiert ist, bleiben millionenfache Floskeln einfach nicht aus. Mein Favorit:

Kurz bevor er getötet werden soll: „This is your last song, Baby!“

Reaktionen aus dem Publikum

Häufig lautes Gelächter. Meine Füße und Hände konnten bei jedem Song, der einsetzte, nicht still sein. Auf meinem Stuhl wurde viel gegrooved.

Äh, und der Bechdel-Test?

Nä. Absolut nicht. Es gab sowieso nur zwei relevante Frauenrollen – naja drei, aber die eine ist von Beginn an tot.

Kennst Du schon die letzte Sneak Review zu „The Party“?

Fazit

Auch wenn ich kein Fan des Films bin, kann ich nicht uneingeschränkt davon abraten. Meine Begleitung hatte großen Spaß beim Gucken und so ging es wohl auch dem Rest des Publikums. Baby Driver ist mit Sicherheit unterhaltsam. Und Leute: Hört euch den Soundtrack an!