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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Die britische Komödie erfrischt zwar mit agilen Männerbeinen, hinkt mit dem Humor aber leider etwas hinterher.

Ein Mann schwimmt allein im Pool. Die schwarzen Bahnlinien knicken an den Wänden weg, das linke Bein bewegt sich weiter nach außen, als das rechte. Ein völlig leerer Pool? Nein. Ein Kameraschwenk. Eine Rose aus ineinander verhakten Männerfüßen an Männerbeinen in allen Formen und Farben. Und die Blume bewegt sich!

Swimming with Men, Oliver Parker, Großbritannien 2018

Die Story

Eric Scott (Rob Brydon) ist Buchhalter und hoch auf der Autistenskala einzuordnen. Seine Frau (Jane Horrocks) geht in die Politik, also braucht auch er ein Hobby und stößt per Zufall auf das Synchronschwimmen. Genauer gesagt: Männer-Synchronschwimmen.

Und, wie finden wir das?

Der Film holt alles raus, was man aus einem Film über das Schwimmen machen kann. Die brechenden Oberflächen im Schwimmbad kontrastieren mit den spiegelnden Glasflächen im Buchhalterbüro. Unterwasseraufnahmen. Tropfenprismen. Perspektivverschiebungen. Ansonsten geht er aber den Weg einer klassischen für-diesen-Sport-ungeeignete-Alltags-Dudes-trainieren-für-die-Weltmeisterschaft-Komödie. Das ist sehr witzig, vorhersehbar und selten überraschend. Der Schnitt und die überraschenden Choreographien neben überragender Schauspielleistung (eine klassische britische Koriphäe neben der anderen) machen aus dem Film aber eine durchaus unterhaltsame Abendgestaltung. Leider kann er dabei nicht ganz auf Schwulenwitze verzichten.

Schlechtester Dialog

»Du sagtest, wir müssen eine gerade Anzahl sein. Aber wir müssen nicht einer weniger sein. Wir können auch einer mehr sein!« Duh, Mathe für Synchronschwimmer.

Reaktionen aus dem Publikum

Lacher im Bereich grunzender Zustimmung. Eher in der Lautstärke eines normalen Pausengesprächs, kein Kneipenjohlen oder Wiehern. Dafür durchgängig.

Äh, und der Bechdel-Test?

Nope – durchgefallen. Nebenfigurenfeinzeichnung ist dieses Films Sache nicht. Die Erzählfunktion von Frauen ist mehr als konventionell: Eher eingesetzt zur Belohnung für die Männer denn als eigenständige Handlungsbögen.

Fazit

Nasses Männerschwimmen mit trockenem Humor – passt.

Komm schon – wir wissen doch alle, du willst mehr von uns…

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