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ZurQuelle Magazin

Das gesellschaftskritische Popmagazin

Wie beinahe alle Jahre versorgt uns Regisseur und Drehbuchautor Woody Allen auch dieses Jahr wieder mit einem weiteren seiner Filme.

Die Bar schließt gleich, doch er darf sich kurz noch ans Klavier setzen. Dann kommt sie herein. Wo war sie? Warum der viele Alkohol und das weed? Und warum genau trägt sie unter ihrem Mantel nur noch Unterwäsche? So geht ein langer Tag zu Ende.

A Rainy Day in New York / Woody Allen/ USA/ 2019/ 93 Minuten

Die Story

Ashleigh Enright (Elle Fanning), Studentin am kleinen Yardley College, erhält die Chance für die Uni-Zeitschrift den berühmten Regisseur Roland Pollard (Liev Schreiber) zu interviewen. Und das auch noch in Manhattan, NYC! Das freut besonders ihren Freund Gatsby Welles (Timothée Chalamet), der sie begleitet, um mit ihr ein romantisches Wochenende in seiner Heimatstadt zu verbringen. Doch es läuft anders als geplant und bald treiben Ashleigh und Gatsby getrennt voneinander durch die Kunst- und Luxusszene des Big Apple.

Und, wie finden wir das?

Grausig. Die Handlung ist schmerzhaft konstruiert, die Figuren flach, schablonenhaft und zugleich unglaubwürdig, die Dialoge bist zum Krampf gezwungen – irgendwie wirkt hier einfach alles unrealistisch, in der denkbar schlechtesten Weise. Verbessert wird das nicht durch das weltfremde Milieu der Schönen und Reichen in ihren plakativen Lebenskrisen oder einer fleißig bedienten Referenzwelt, die ich nicht kenne und auch nicht kennen will. Und als Sahnehäubchen gibt es noch das Unwohlsein, das entsteht, wenn Ashleigh (21 Jahre alt, aber auch gerne mal auf 15 (!) geschätzt) den Film über im kürzesten Rock von einem älteren Herrn nach dem anderen begehrt wird. In diesem enttäuschenden Konvolut schafft es lediglich Gatsbys Mutter (Cherry Jones) einen authentischen Moment zu liefern.

Schlechtester Dialog

Wie schon erwähnt schmerzen viele der Dialoge alleine durch ihre offensichtliche Preziosität. Besondere Erwähnung verdient zudem noch das regelmäßige Voice-Over von Gatsby, welches für mich nur als (schlecht gelungene) Anspielung auf Noir-Streifen Sinn ergibt.

Reaktionen aus dem Publikum

Mir fällt nichts Besonderes auf, in keiner Richtung des Spektrums.

Äh, und der Bechdel-Test?

Durchgefallen. Allerdings muss man zugute halten, dass die allermeisten Gespräch gemischtgeschlechtlich und somit auch nicht rein männlich sind.

Fazit

»A Rainy Day in New York« ist einer der wenigen Filme, bei denen ich wirklich gerne das Kino früher verlassen hätte. Aber ich hatte ja eine Aufgabe zu erledigen.

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