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von und für Zaubernde

Sprachtandem-Treffen sind eine todsichere Methode, um sich mal so richtig mit jemandem aus einem anderen Land auszutauschen. Sexuell.

Asiatinnen bevorzugt

Vor allem die Sprachtandem-Treffen der Ostasienstudien empfehlen sich für einen regen Austausch. Auch wenn der ursprüngliche Zweck einer solch interkulturellen Zusammenkunft dadurch vollständig untergeht. Aber wenigstens kann man vorweisen, sich neben den politik- und wirtschaftswissenschaftlichen Gebieten der Ostasienwissenschaften auch mit den etwas feuchteren Gebieten auf Profiniveau auszukennen. Der Nassreisanbau hat schließlich einen wesentlichen Teil zur Entwicklung dieser Kulturregion beigetragen.

Fette Sprachtandem-Beute, leider alles oberflächlich

Was für überenthusiastische Erstis wie die Einladung in ein wahres Bumsparadies klingt, ist für die etwas seriöseren Studenten allerdings ein ziemlich nervtötendes Spektakel. Regelmäßig werden Wagenladungen an neuen »Lern«-Willigen an Land gezogen. Wer sich als eifriger Sprachenlerner nun tatsächlich auf solch eine Veranstaltung traut, der wird zwischen all den Asia-Fetischisten kaum eine wertvolle Bekanntschaft machen können.

Hotter Toyota sucht Tiefgarage

Dumm gelaufen ist es für diejenigen, die sich von ihrer Spontanbekanntschaft etwas mehr erhofft haben als eine schnelle Nummer. Oder eine Instagram-Beziehung, die nur dazu dient, mit einem (Sprachtandem-)Vorzeigemodell aus Europa (oder Asien) mal so richtig protzen zu können. Wer auf tiefgründige Beziehungen aus ist oder einfach nur Ostasienwissenschaften studieren möchte, der verzichte bitte auf den „Ich habe großes Interesse an *Name Land*“-Vorwand. Schließlich gibt es dank einer Vielzahl an Dating Apps unendlich viele Wege den heißen Toyota in der Tiefgarage zu parken.

Kulturalisiert euch!

Dafür braucht man weder ein dreijähriges Studium noch ein staatlich-finanziertes Stipendium für eine der relevanten ostasiatischen Industrienationen. Der multilaterale Austausch funktioniert auch auf anderen Wegen. Oder man nutzt das Konzept des Sprachtandem-Treffens so, wie es ursprünglich gedacht war und tauscht sich aus. Kulturell. Dazu eine Tasse Tee, eine Folge der liebsten Asia-Soap und zack, massenweise gelernt. Im besten Fall hatte man sogar Spaß und bald eine Couch zum Draufschlafen beim Backpacking-Trip durch Asien in den nächsten Semesterferien. So oder so sollte man stets daran denken: nicht jede Muschi steht auf Sushi!