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Das gesellschaftskritische Popmagazin

Serien sind das Crack unserer Zeit. Nur dass wir nicht daran sterben. Und bezahlen tun wir auch nicht dafür. Trotzdem opfern wir unsere Freizeit, unsere sozialen Kontakte und eine Menge Hirn dafür. Denn viele Serien sind so dumm, dass sie es problemlos mit deiner Mutter aufnehmen könnten. Hier die dümmsten.

1. Dexter

Gut, spannend ist die Serie, das muss gesagt sein. Aber dass der Protagonist aus jeder einzelnen Situation entkommt, obwohl diese bereits endgültig aussichtslos erschien, ist ein Affront gegen unsere Intelligenz. Als ob jahrelanger Medienkonsum uns nicht ein Gespür dafür vermittelt hätte, wann die Wendung einer Geschichte konstruiert wirkt, toppt jedes Staffelfinale das vorangegangene. Peinlich und zum Fremdschämen.

2. Lost

Am Anfang ist noch alles geil: Flugzeugabsturz, einsame Insel, süße Eisbären und unsichtbare Megamonster. Von Staffel zu Staffel wird es dann absurder und geheimnisvoller. Das Mysterium als Mittel zum Zweck. Am Ende hatte sich dann so viel Unsinn angesammelt, dass man vergaß, was alles nicht erklärt wurde. Das Schlimmste aber: Die Dialoge. Platt, einfallslos und immer nur, um den Plot voranzutreiben. Das sind keine Menschen auf dem Bildschirm, das sind Storyvehikel. Das könnten wir besser schreiben.

3. Glee

Altes Guilty Pleasure-Ding, aber kein Problem. Schöne junge Menschen singen Klassiker der Musikgeschichte nach und performen dazu aufwändige Choreografien. Das ist ganz geil, weil die Menschen ganz geil sind. Dazu kommen Drama, Soap und zwischenmenschlicher Schleim. Macht Spaß, weil alles so offensichtlich ist und man sich dennoch an den Charakteren erfreuen kann. Immer wieder werden auch gesellschaftlich relevante Themen angesprochen. Eine dumme, flache Soap für jugendliche High-School-Kinder mit all dem Beziehungskitsch, den sie gerne hätten. Und ganz viel Gleichberechtigung. Das ist gut.

4. Rambo – The Force of Freedom

Kennt ihr nicht? Leute! „Anywhere and everywhere, the savage forces of General Warhawk threaten the peace loving people of the world. There’s only one man to call: Get me RAMBO!”

Die Rambo-Zeichentrickserie stammt aus der Zeit, in der Zeichentrickserien vor allem produziert wurden, um teures Plastik in Muskelform an Kinder verkaufen zu können. Rambo macht da keinen Unterschied, ist dabei aber noch gewaltverherrlichend und nah genug an der Realität, um Kinder nach ihrem eigenen Maschinengewehr verlangen zu lassen. Hinzu kommen sinnlose Plots und eindimensionale, sexistische Charaktere. Aber hey, RAMBO!

5. The Simpsons

Damals, Anfang der 90er, waren die Simpsons etwas nie Dagewesenes. Zumindest im Mainstream, im Fernsehprogramm, meistens tagsüber. Erwachsenenunterhaltung in Zeichentrickform. Dabei weichgespült genug, um Kinder zu unterhalten – Slapstick, dumme Witze, Kinder, mit denen sie sich identifizieren konnten. Die Simpsons entblößten die amerikanische Spießigkeit und die selbstzerstörerische Idylle, die der amerikanische Traum vorspielte. Heute aber, seit gut zehn Jahren, sind die Simpsons nicht nur qualitativ abgesackt, sie haben auch schlicht jede Relevanz verloren. Ihr Humor will dabei nach wie vor Kinder und Erwachsene zugleich ansprechen, verliert dabei aber beide. Keine Wortspiele, selten große, politische Themen und wenn, dann angedeutet und verklausuliert und dabei trotzdem oberflächlich. Die Simpsons sind stumpfsinnige Unterhaltung geworden, man muss es mal aussprechen.

 

 

Bilder:

Dexter, Lost, Glee, The Simpsons: Filmstarts.de

Rambo: Imdb.com