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von und für Zaubernde

Was macht eine Frau, die 15 Jahre lang festgehalten wurde? Sie hüpft fröhlich lachend durch New York City. Unbreakable Kimmy Schmidt hält der Gesellschaft den Spiegel vor, ohne sie zu blenden – so angenehm war progressive Unterhaltung selten.

Als Kimmy Schmidt aus einem tiefen Loch in der Erde befreit wird, ist sie plötzlich eine erwachsene Frau. Von dem Führer einer Sekte wurde sie mit 14 Jahren entführt. Mit drei anderen Frauen lebte sie eingesperrt in einem Bunker – unter der Aufsicht des fanatischen Gurus und Patriarchen. Sie ist eine Frau geworden, deren Sozialisierung als junges Mädchen endete. Als 29 Jährige wird sie gerettet und beginnt ein neues Leben in New York. Hier trifft sie auf eine Gesellschaft, die dem patriarchalen System unter der Erde mehr ähnelt als erwartet.

Unbreakable Kimmy Schmidt 1

Don’t worry, be happy!

Wer naiv und fröhlich durch die Welt zieht, sieht auch nur das Gute. Das ist die Lehre der Unbreakable Kimmy Schmidt. Ihr Körper ist erwachsen, sie wird erwachsen wahrgenommen und ist in der Lage, zu reflektieren, was sie sieht und erlebt – trotz ihrer Kindheit im „Bunker“. Doch etwas fehlt ihr: Die Lebenserfahrung, um viele Dinge im „echten Leben“ richtig einzuordnen. Alles vergleicht sie mit dem Unterdrückungssystem unter der Erde.

Der Ton der Serie, die von der Grundidee her auch düster hätte sein könnte, ist bunt und quietschig. Die dauergrinsende Kimmy freut sich wie ein junger Hund über jeden vollgepissten Baum am Wegesrand. Überall schnuppert sie und genießt die Sonne, die ihr der Sektenführer verboten hatte. Er behauptete stets draußen herrsche die Postapokalypse – nur der Bunker sei sicher.

Unbreakable Kimmy Schmidt 2

Bunte Vögel, Tina Fey und Gesellschaftskritik

Die Charaktere, auf die Kimmy trifft, sind ebenso bunt wie sie. Da ist der schwule Künstler, die überforderte Mutter, die ihr eigenes Leben nicht ertragen kann – Beobachtung Kimmys, nachdem die Mutter ihr ihr Leid geklagt hat: Dein Leben klingt genauso wie meins da unten.

In jeder Folge der Unbreakable Kimmy Schmidt spürt man die Präsenz von Master Mind Tina Fey, die die Serie gemeinsam mit Robert Carlock entwickelt hat. Viele Zuschauer kennen Fey aus Saturday Night Live, 30 Rock, spätestens aber seit ihrer Imitation der ehemaligen Gouverneurin Alaskas Sarah Palin.

Feys Lieblingsthema ist die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft. Fey ist es, die den augenzwinkernd fröhlichen Ton für das Anprangern patriarchaler Strukturen in den Medien, der Politik und – wie jetzt – der ganz alltäglichen Gesellschaft, etabliert hat.

Unbreakable Kimmy Schmidt 3

Comedy mit Mittelfinger

Zwar kommt der Humor bei Unbreakable Kimmy Schmidt nicht an die Gags aus 30 Rock ran. Auch spitzt Fey Klischees gerne so sehr zu, dass es unangenehm wird – das beste Beispiel ist der ziemlich stereotyp porträtierte homosexuelle Titus.

Trotzdem ist Unbreakable Kimmy Schmidt eine der besseren Comedy-Serien. Sie schafft es Gesellschaftskritik zu üben, doch gleichzeitig den Humor nicht zu verlieren. Der Mittelfinger zeigt in alle Richtungen – während uns Fey den erhobenen Zeigefinger erspart. Und vor allem: Nie verliert die Serie ihre Leichtigkeit.

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