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von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Diese Woche: Shark Lake. Ein Lehrfilm über Bullenhaie und einen fiesen Tierhändler mit Herz.

Story

Am idyllischen Lake Tahoe häufen sich mysteriöse Unfälle. Das Szenario ist also das gleiche wie in jedem Film mit Hai auf dem Cover. Was zuerst nach Bärenattacken aussieht, wird später als Haiangriff diagnostiziert. Ein Hai im See? Klar, Bullenhaie können in Süßwasser leben. Die Polizistin Meredith Hernandez (Sara Malakul Lane, weltbekannt aus dem legendären Film „Sharktopus“) und der Biologe Peter versuchen herauszufinden, wie es dazu kommen konnte.

Schnell wird klar, dass diese Mission nicht so einfach wird und ohne Hilfe nicht zu bewältigen ist. Clint Gray (Dolph Lundgren) wird zu Rate gezogen. Ein Gangster, der frisch aus dem Knast kommt, weil er mit exotischen Tieren gehandelt und den Hai einst selbst in den See gesetzt hat. Nebenbei werden immer wieder Menschen von „dem“ Hai angegriffen. Dieser ist aber mittlerweile nicht mehr allein, sondern hat Nachwuchs bekommen.

Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Was hast du gesehen kleines Mädchen?

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Die Musik, einige Darsteller und der Plot sind so, wie man es sich von einem trashigen Haifilm wünscht: unfassbar schlecht. Besonders herzerwärmend und liebenswert sind die Computer-Haie, die mit viel Mühe realistisch animiert wurden – denn wer weiß schon, wie Bullenhaie aussehen. Womöglich sind das tatsächlich pixelige Viecher, die es schaffen, nie ganz in ihre Umgebung zu passen. Die Anspielungen auf Filme wie „Jaws“ und „Open Water“ begeistern alle Hobby-Cineasten, die mal ein Youtube-Video mit den „100 best known movie quotes“ geguckt haben.

An die Spitze des Trash-Olymps kommt „Shark Lake“ nicht, aber einen Platz am Fuße des Berges hat er sicher. Oder eben in dem See, in den das frische Quellwasser des Berges einfließt.

Trinkspielideen

Pro abgebissenem Körperteil einen groooßen Shot trinken.

Der Film punktet mit erschreckend realistischen Bildern.

Was haben wir gelernt?

Ziemlich viel:

  1. Bullenhaie können im Süßwasser überleben. Der Film ist also ziemlich realistisch.
  2. Fiese Burschen, die früher mit exotischen gefährlichen Tieren handelten, haben auch ein Herz.
  3. Wenn ein Mann mit einer Eisenstange auf einen Hai einprügelt, erreicht er nichts. Wenn aber Dolph seine pure Manneskraft einsetzt, gewinnt Dolph.

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Clint wird von seinem ehemaligen Boss und dessen Prügelknaben aufgesucht, weil er den Hai wieder aus dem See fischen soll. Nebenbei brät Clint sich ein fettes Steak.

Der Boss: „Was gibt’s zu essen?“

Clint: „Naschen.“
Was für ein Kerl!

Da setzt man einmal einen gefährlichen Hai im See aus und schon wollen einem alle ans Bein pinkeln.

Politisch fragwürdigste Szene

Am Anfang wird gezeigt wie Clint die wilden Tiere hielt, bevor er in den Knast musste. Sowas macht man nicht. Einen Hai in einem Touristengebiet auszusetzen, ist außerdem aus verschiedenen Gründen fragwürdig. Wir alle kennen das Bild vom Baby-Delphin, den rücksichtslose Selfie-Jäger am Strand vertrocknen lassen oder den Bro, der während der Springbreak-Party sein Dosenbier im Gebiss eines gestrandeten Hais ansticht. Touristen sind die Hölle für Meeresbewohner. Und Seebewohner. Außerdem dürfte der Uringehalt eines solchen Sees im Sommer ebenfalls toxisch auf den zarten Organismus eines Bullenhais wirken.

Fazit

Mit den Trashfilmen ist das eben so eine Sache. Man kann sie verfluchen oder lieben. Wessen Herz für Haifilme schlägt, der muss diesen natürlich gesehen haben. Seichte Unterhaltung und gefräßige Haie. Was wollen wir mehr? Na gut, ein kleiner Sharknado wäre schon nett gewesen. Oder eine kleine Tara Reid.

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen.