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von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Diese Woche: Fast Times at Ridgemont High – Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald. Eine Naturgewalt in Spandex. Ein absoluter Klassiker.

Worum geht’s

In episodenhaften Handlungssträngen schildert “Fast Times at Ridgmond High” (1982) den alltäglichen Wahnsinn pubertierender Schüler. Ein dauerbekiffter Surfer (Sean Penn) kommt mit dem Gesetz in Konflikt, eine junge Schönheit (Jennifer Jason Leigh) erlebt ihr sexuelles Erwachen (in nur drei Minuten!) und ein uncooler Junge (Brian Backer) bleibt uncool. Obendrein warten Kostüme, Soundtrack und Wortschatz mit toupierten Haaren, Hawaiihemden und Tom Petty auf.

2 Teenager-Girls
Wahrheit oder Pflicht?

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Dieser Film fühlt sich so an, als hättest du ihn vor einigen Jahren mit meiner Mutter geschaut und ihr reißt bis heute Insiderwitze darüber. Jeder Satz ist zitierwürdig und on point. Wenn du Tumblr hast, wird deine linke Hand von den multiplen Screenshot-Orgasmen krampfen. Ein sexuelles erwachen in 90 Minuten.

Für die Klatschpresse bleibt der Film als eingestaubte Reifeprüfung Sean Penns in der Rolle eines wasserstoffblonden Stoners in Erinnerung. Auch Forest Whitaker hat seinen ersten Auftritt (der übrigens belegt, dass sein rechtes Auge schon immer irgendwie seltsam aussah) Nicolas Cage ist auch mit von der Partie.

Aber das Sahnehäubchen bleibt Justus Jonas! Richtig gehört, der Chefdetektiv der drei Fragezeichen leiht Außenseiter “Rat” (Brian Bracker) seine Stimme. Der Trash-Olymp ist rappelvoll und die Götter auf ihm erst Recht.

 

Die Dudes hängen ab.
Höhö, Sean Penn ey! Goil!

Trinkspielideen

Apropos “rappelvoll”: Der Jugendslang der Achtziger zergeht auf der Zunge wie ein klebrig-süßer Wodka mit Cola. Schnapp dir einen roten Plastikbecher und trinke immer, wenn folgende Worte fallen:

 

Achtziger-SlangDeutsch
HopsereiParty
scharfheiß
Kröte, SchlendrianOpfer
da, wo sich die Action abspieltFreizeit
Versuch, einen Gag zu landenFlirtversuch
spitzegut
Wer ist denn der Fürst, der das hier löhnt?Wem muss ich das Geld geben?
Das alte RaumschiffBro
einen auf New-Wave machenein Basic-White-Girl sein
Die ist auf deinen Sender eingeklinktDie steht auf dich.

Was haben wir gelernt?

Auch im Amerika der Achtziger gab es Filme, in dem nackte Brüste gezeigt wurden. Oldtimer-Autos, nach denen wir uns heute die Finger lecken (Chevrolet Camaro von 1979, lechz!) waren damals so cool wie ein lindgrüner Opel Corsa. Konzertkarten für Blue Oyster Cult und The Cure wurden an der Ridgmond High zum Freundschaftspreis von nur 5 Dollar verscherbelt.

Sean Pennen macht Unsinn.
Ey, guckt ma‘ Leute! Höhö!

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Mike Damone (der Aufreißer) hat einen 5-Punkte-Plan, der die Ladies reihenweise in sein Bett plumpsen lässt:

First of all, you never let on how much you like a girl. „Oh, Debbie. Hi.“ Two, you always call the shots. „Kiss me. You won’t regret it.“ Now three, act like wherever you are, that’s the place to be. „Isn’t this great?“ Four, when ordering food, you find out what she wants, then order for the both of you. It’s a classy move. „Now, the lady will have the linguini and white clam sauce, and a Coke with no ice.“ And five, now this is the most important, Rat. When it comes down to making out, whenever possible, put on side one of Led Zeppelin IV.

Diese Woche in der Sneak: Magic Mystery

Politisch fragwürdigste Szene

Frauen werden zwar ständig als “Tanten” degradiert, um ihre Brüste gen Kamera zu strecken sind sie wiederum “scharf” genug. Obwohl es auch einige Masturbationsszenen mit Männern gibt, bleibt deren Ding in der Hose, oder zumindest außer Sichtweite. Ob man das sehen will oder nicht, unfair ist es auf jeden Fall. Auch die legere Thematisierung von Abtreibungen ist recht taktlos. Das mag vielleicht gerade die Absicht der Regisseurin Amy Heckerling gewesen sein. Protagonist Mike bemerkt auf Nachfrage seiner schwangeren Ex-Flamme: “Ja eine Abtreibung ist teuer. Aber Freiheit ist halt nicht umsonst.” Eine interessante Mischung aus Mansplaining, Zynismus und Arschlochhaftigkeit.

Ein Herz für Nachwuchsjournalisten

Ist das Trash oder kann das weg?!

Dieser Film ist Kult. Selbst wenn du mit den Dialogen nichts anfangen kannst, massiert der Pop-Rock-Soundtrack deine verbitterte Seele mit süßen Synthesizern. Du wirst dich schlagartig aus der Horizontale aufrichten und noch in der Bewegung eine Indie-Band mit dem Namen des Filmes gründen. SO IRONIC! Aber echt, guck dir diesen Film an. Gibt den schließlich schließlich nun auch auf einer blauen Ray und in Full-HD. Dabei hatten die doch 1982 noch gar kein HD? Uh Baby, Baby, it’s a wild world…

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

Du willst auch Indie sein, hast aber kein Rhythmus-Gefühl? Kein Problem! Bestell dir dieses ironische Schandblatt und drowne in Pussy!  HIER könnt ihr sie bestellen.