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ZurQuelle Magazin

von und für Zaubernde

Wir schauen für euch jede Woche die schönsten filmischen Absurditäten. Egal ob Zombies, Monster, Roboter oder Killertiere. Für die Liebe zum Trash! Diese Woche: Mal wieder ’ne Apokalypse. Diesmal auf Russisch. Mit Aliens. прикольный …? 

Worum geht’s

Als die Radarsysteme Moskaus während eines Meteoritenschauers plötzlich ein UFO aufzeichnen, reagiert das Militär sofort. Doch trotz epischem Rumgeballere landet der Feind mitten im Stadtkern. Eine Horde Aliens entsteigt dem blechernen Mutterschiff und Panik bricht aus. Nur eine unscheinbare Schülerin vertraut den Aliens. An ihrer Seite stellt sie sich gegen das russische Militär. Eine mutige, aber ziemlich dumme Idee…

Anwärter auf den Olymp des Trashs?

Der Anfang des Filmes wartet mit beeindruckenden CGI-Effekten auf. In gespaltenen Handlungssträngen dringt das feindliche UFO in die Atmosphäre und der Protagonist in seine Freundin ein. Attraction, halt. Untermalt von epischer Musik (…als hätte sich Hans Zimmer auf einen Synthezizer gesetzt.) lacht man sich den Arsch ab. Der Look des Filmes mag zu modern, die Story nicht absurd genug für den Olymp des Trashs sein. Auf einem unmerklich niedrigeren Nebengipfel darf man den Film bestimmt platzieren.

UFO crasht in Sovjet-Bau.
„Ey, ich glaub ich hab da watt auf’m Balkon gesehen.“

 

Trinkspielideen

Da der 50-jährige Regisseur sich ungemein gut mit russischer Jugendkultur auszukennen scheint, ballert er in wirklich JEDE Szene einen russischen Gangster-Rap-Song. Um nicht als ausländischer Super-Larry durchzugehen, sollte man von Wodka-Shots pro Doubletime absehen. Echte Russen greifen zu Ethanol. Schnapp dir den Nagellackentferner deiner Freundin und verzieh bloß nicht die Schnute. Nur die Harten kommen in Putins Garten.

Was haben wir gelernt?

Dass auch vor Ideen übersprudelnde Regisseure sich auf eine Thematik und Genre beschränken sollten. Sonst wird aus einem vielversprechenden SciFi-Konkurrenten von amerikanischen Blockbustern wie „Guardians of the Galaxy“ eine russische Reizüberflutung. „Cooler Alien-Film“ ist einfach entspannter als „Philosophisches-Action-Alien-CGI-Militär-Gangster-Street Fighter-Coming of Age-Liebesdrama (leider ohne Titten!)“

Was da los ?
Na toll. An wem bleibt die Arbeit mal wieder hängen? Der Jugend. Gar nicht killah.

 

Welchen Satz würde Tarantino zitieren?

Saul (das Alien): Your planet is forbidden for an open visit.

Colonel Lebedev: Why?

Saul: Extremely aggressive social environment.

Krieg ist doof und so.

Politisch fragwürdigste Szene

Hey, mach mal halblang. Dieser Film ist komplett realitätsfern. Eine angenehme Komponente: Genau, wie man Russland-Bashing von amerikanischen Blockbustern erwartet, lauert man auch hier auf irgendeinen Anti-Amerika-Hinweis. Aber, äätsch liebe Republikaner und Ukrainer. Die Filmemacher haben sich ziemlich zurückgehalten. Dafür bashen sie die Aliens ganz schön oft. Die Protagonisten nennen sie das ein oder andere Mal „Missgeburten“. Gar nicht nett. Sorry Aliens.

Kontaktaufnahme
Gutes CGI für einen Trashfilm. Nicht mal ein Alien ohne Schleim.

Ist das Trash oder kann das weg?!

Wenn man zu der Sorte Mensch ( …oder Alien? Was sind wir? Warum sind wir?) gehört, die philosophischen Nonsense in Ballerfilmen nicht abkann, der vermeide diesen Film. Wer auf russischen Rap und sinnfreie, aber doch irgendwo spannende Handlungsstränge steht, der klaue die DVD aus der örtlichen Videothek, die macht eh bald dicht.

 

Die letzte Folge von „Taste the Waste“ könnt ihr hier nachlesen!

Ihr seid партия, aber auch разумный und könnt kein Russisch? Ey, worauf wartet ihr noch? Bestellt euch die Print-Ausgabe von ZurQuelle noch heute in unserem Online-Shop. (Das Papier riecht ziemlich druckfrisch und nice!) HIER könnt ihr sie bestellen.